NewsÄrzteschaftBundes­versicherungsamt rügt BKK wegen Diagnosetuning
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bundes­versicherungsamt rügt BKK wegen Diagnosetuning

Freitag, 20. Februar 2009

Berlin – Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat die Deutsche Betriebskrankenkasse (BKK) wegen eines Schreibens an niedergelassene Ärzte gerügt. Die Krankenkasse hatte die Niedergelassenen darin aufgefordert, Verordnungen und Diagnosen aus dem Jahr 2007 zu überprüfen und sie auf „eventuelle Schwierigkeiten im Zusammenhang mit zukünftigen Wirtschaftlichkeitsprüfungen“ aufmerksam gemacht.

Das BVA untersagte der Kasse solche Aktionen daraufhin schriftlich. „Wir begrüßen es sehr, dass das BVA die Deutsche BKK wegen ihres Schreibens an die Niedergelassenen zur Diagnosecodierung gerügt hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, am Freitag. Die Kodierungshoheit müsse in den Händen des Arztes bleiben und dürfe sich nicht an wirtschaftlichen Begehrlichkeiten der Kassen orientieren.

Anzeige

In dem Schreiben der Kasse an die Ärzte heißt es: „Im Rahmen von Verordnungs- und Versorgungsanalysen ist uns aufgefallen, dass Sie … Arzneimittelverordnungen ausgestellt haben, für die wir in den von Ihnen eingereichten Abrechnungsdaten keine Diagnosecodierung entnehmen konnten, die auf eine entsprechende Erkrankung hindeutet.

…Um eventuellen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit künftigen Wirtschaft­lichkeitsprüfungen vorzubeugen würden wir Ihnen empfehlen, dies anhand Ihrer Unterlagen kurz zu überprüfen und uns gegebenenfalls zu bestätigen, dass bei dem betreffenden Versicherten im Versorgungszeitpunkt eine entsprechende Diagnose vorgelegen hat.“

Die Krankenkasse schickte zusammen mit dem Brief Listen, auf denen für bestimmte Patienten die verordneten Arzneimittel aufgeführt wurden. Zugleich wurde eine Auswahl von ICD-10-Diagnosen angeboten, die für diese Arzneimittel häufig zutreffen. Die Ärzte sollten nun prüfen, ob statt der auf ihrer Abrechnung angegebenen Diagnosen eine der aufgeführten Diagnosen für diesen Patienten zutrifft oder eine andere zutreffende Diagnose angeben.

Die KBV wies daraufhin, dass die Ärzte diesen Brief der Kasse ignorieren können, weil er nicht rechtmäßig ist.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Dezember 2019
Berlin – Das Bundesversicherungsamt (BVA) bekommt einen neuen Namen. Ab dem 1. Januar 2020 heißt es Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). Das teilte die Behörde heute mit. „Der neue Name trägt dem
Bundesversicherungsamt wird Bundesamt für Soziale Sicherung
19. Dezember 2019
Berlin – Vor Versorgungsdefiziten in den Regionen hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gewarnt, wenn das Bundesversicherungsamt (BVA) weiterhin in „unzulässiger
Vertragsärzte warnen vor Versorgungsdefiziten in den Regionen
9. Dezember 2019
Berlin – Mit Blick auf die Vergütungsvereinbarungen für 2020 hat die KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung (VV) am vergangenen Freitag in Berlin das Bundesversicherungsamt (BVA) heftig kritisiert. Das BVA übt die
Vertragsärzte üben heftige Kritik an Kassenaufsicht
27. Mai 2019
Genf/Köln – Nach zwölfjähriger Entwicklungsarbeit hat die Weltgesundheitsversammlung (World Health Assembly, WHA) jetzt die elfte Revision der internationalen statistischen Klassifikation der
Weltgesundheitsversammlung beschließt die ICD-11
3. Dezember 2018
Hannover – Nach der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen klagt jetzt auch die KV Niedersachsen (KVN) gegen das Bundesversicherungsamt (BVA). Die Klage richtet sich gegen ein Schreiben vom BVA,
Auch KV Niedersachsen klagt gegen Bundesversicherungsamt
22. November 2018
Berlin – Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat die im Berufsalltag von Orthopäden und Unfallchirurgen am häufigsten vorkommenden ICD-10-Codes in einer aktualisierten
Kitteltaschenversion zu ICD-10-Codes Orthopädie und Unfallchirurgie aufgelegt
28. September 2018
Köln – Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die deutsche Fassung der ICD-10, Version 2019, veröffentlicht. In die „Internationale statistische
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER