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Bundes­versicherungsamt rügt BKK wegen Diagnosetuning

Freitag, 20. Februar 2009

Berlin – Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat die Deutsche Betriebskrankenkasse (BKK) wegen eines Schreibens an niedergelassene Ärzte gerügt. Die Krankenkasse hatte die Niedergelassenen darin aufgefordert, Verordnungen und Diagnosen aus dem Jahr 2007 zu überprüfen und sie auf „eventuelle Schwierigkeiten im Zusammenhang mit zukünftigen Wirtschaftlichkeitsprüfungen“ aufmerksam gemacht.

Das BVA untersagte der Kasse solche Aktionen daraufhin schriftlich. „Wir begrüßen es sehr, dass das BVA die Deutsche BKK wegen ihres Schreibens an die Niedergelassenen zur Diagnosecodierung gerügt hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, am Freitag. Die Kodierungshoheit müsse in den Händen des Arztes bleiben und dürfe sich nicht an wirtschaftlichen Begehrlichkeiten der Kassen orientieren.

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In dem Schreiben der Kasse an die Ärzte heißt es: „Im Rahmen von Verordnungs- und Versorgungsanalysen ist uns aufgefallen, dass Sie … Arzneimittelverordnungen ausgestellt haben, für die wir in den von Ihnen eingereichten Abrechnungsdaten keine Diagnosecodierung entnehmen konnten, die auf eine entsprechende Erkrankung hindeutet.

…Um eventuellen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit künftigen Wirtschaft­lichkeitsprüfungen vorzubeugen würden wir Ihnen empfehlen, dies anhand Ihrer Unterlagen kurz zu überprüfen und uns gegebenenfalls zu bestätigen, dass bei dem betreffenden Versicherten im Versorgungszeitpunkt eine entsprechende Diagnose vorgelegen hat.“

Die Krankenkasse schickte zusammen mit dem Brief Listen, auf denen für bestimmte Patienten die verordneten Arzneimittel aufgeführt wurden. Zugleich wurde eine Auswahl von ICD-10-Diagnosen angeboten, die für diese Arzneimittel häufig zutreffen. Die Ärzte sollten nun prüfen, ob statt der auf ihrer Abrechnung angegebenen Diagnosen eine der aufgeführten Diagnosen für diesen Patienten zutrifft oder eine andere zutreffende Diagnose angeben.

Die KBV wies daraufhin, dass die Ärzte diesen Brief der Kasse ignorieren können, weil er nicht rechtmäßig ist.

© hil/aerzteblatt.de

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