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Medizin

Studie: „Benefit-box“ verbessert Verständlichkeit von Medika­menten-Informationen

Donnerstag, 26. Februar 2009

Lebanon – Beipackzettel werden meistens nur von hypochondrisch veranlagten Patienten gelesen und selten begriffen. Eine deutliche Steigerung der Verständlichkeit könnte durch die Aufnahme von kleinen tabellarischen Zusammenfassungen erzielt werden, wie eine Studie in den Annals of Internal Medicine (Onlineausgabe) zeigt.

Die Untersuchung von Lisa Schwartz von der Dartmouth Medical School in Lebanon/New Hampshire bezieht sich zwar auf Werbeanzeigen für Patienten, die in dieser Form in Deutschland nicht erlaubt sind. Die Auswirkungen der sogenannten Benefit-boxes waren jedoch so deutlich, dass die Ergebnisse durchaus auch als Anregung für die Gestaltung von Beipackzettel oder anderer Packungsinformationen verstanden werden kann.

Die Konsumentenwerbung in den USA zeichnet sich durch einen Rattenschwanz an Kleingedrucktem aus, das oft den kompletten Inhalt des Beipackzettels wiedergibt, eine Pflichtübung, die dem Patienten selten Wissen zu Wirkungen und Risiken der Medikamente vermittelt. 

In einer Studie waren erwachsene Patienten nach der Lektüre von Anzeigen zu Protonenpumpeninhibitoren und zu H2-Blockern gefragt worden, welches Medikament sie für das stärkere halten. Nur 8 Prozent konnten diese Frage richtig beantworten – gegenüber 70 Prozent der Patienten, die Anzeigen mit einer „Benefit-box“ erhalten hatten.

In der Box wurde in einfacher Sprache genannt, was das Medikament bewirkt, für wen es geeignet ist, wer es nicht nehmen sollte, welche Tests notwendig sind und was bei der Einnahme zu beachten ist. Dann werden in einer Tabelle die wesentlichen Ergebnisse von placebokontrollierten Studien zu Wirkungen und Nebenwirkungen aufgeführt. 
 

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In einer zweiten Studie wurden die Patienten nach den Wirkungen von Clopidogrel oder Statinen befragt. Auch hier verbesserte die „Benefit-box“ die Verständlichkeit erheblich. Nach der Lektüre der konventionellen Anzeige zu Statinen konnten nur 9 Prozent eine Frage zur Reduktion des absoluten Risikos richtig beantworten.

Bei Anzeigen mit „Benefit-box“ stieg der Anteil auf 72 Prozent. Ohne die Box überschätzten die meisten Patienten den Nutzen des Medikamentes: 65 Prozent hielten es sogar für zehnmal wirksamer als es in Wirklichkeit war. Die Studie zeigt, dass Patienten durchaus in der Lage sind, statistische Angaben in Anzeigen zu verstehen, wenn sie entsprechend aufbereitet sind.

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© rme/aerzteblatt.de

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