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Vermischtes

Endokrinologen fürchten um flächendeckende Versorgung

Donnerstag, 5. März 2009

Gießen – Vor einem Mangel an endokrinologischen Fachärzten hat die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) bei ihrem 52. Symposium in Gießen gewarnt. In Deutschland praktizierten etwa 400 Endokrinologen. Rund 180 von ihnen seien in rund 90 Praxen niedergelassen. Ein Endokrinologe sei somit Ansprechpartner für etwa 460.000 Einwohner.

Rund 80 Prozent der von Endokrinologen Betreuten leiden nach Angaben der DGE an Volkskrankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus, Osteoporose und Schilddrüsenerkrankungen. Die übrigen 20 Prozent seien von selteneren Erkrankungen, etwa der Hirnanhangsdrüse, der Nebenniere oder Stoffwechselerkrankungen, betroffen.

Gerade diese Patienten bräuchten eine zeitaufwendige Beratung und einer hochwertigen Diagnostik im Labor, sagte Ulrich Deuß, Sprecher der Kommission Berufspolitik der DGE. Viele endokrinologische Praxen verfügten deshalb über ein Hormonlabor. „Jüngste Abwertungen durch die Kassen für Hormonmessungen um etwa ein Fünftel bedrohen jedoch die Existenz der wenigen vorhandenen Praxen“, warnte der Kölner Endokrinologe.

Die Fachgesellschaft kritisierte auch, dass in den letzten zwei Jahrzehnten die Zahl der endokrinologischen Lehrstühle um die Hälfte zurückgegangen sei. „Endokrinologische Forschung wird mittlerweile meist anderen Fachgebieten untergeordnet“, sagte Deuß. Die Endokrinologie in Deutschland drohe in den Kliniken langfristig nur als Teilbereich anderer Fächer zu überdauern. Dass es auch anders gehe, zeigten die europäischen Nachbarn: In Italien und Frankreich sind laut DGE jeweils mehr als 3.000 Endokrinologen tätig.

Unter diesen Vorzeichen werde sich die Qualität der endokrinologischen Versorgung in Deutschland zukünftig verschlechtern, befürchtet die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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