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Medizin

Koronarkalk sagt Infarktrisiko voraus

Montag, 30. März 2009

Essen – Die Quantifizierung von Kalkablagerungen in den Koronarien kann die Vorhersage von Herzinfarkten verbessern. Dies zeigen die auf der Jahrestagung des American College of Cardiology in Orlando/Florida vorgestellten Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie aus dem Ruhrgebiet.

An der „Risk Factors, Evaluation of Coronary Calcification, and Lifestyle“ oder Recall-Studie hatte eine repräsentative Stichprobe von 4.487 Männern und Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren aus Bochum, Essen und Mülheim a. d. Ruhr teilgenommen. Bei allen wurde – neben einer Reihe anderer Tests – zu Beginn eine Elektronenstrahltomografie durchgeführt, die eine Quantifizierung des Koronarkalks ermöglicht. Bislang ist es bei 93 Teilnehmern zu einem Herzinfarkt oder zum Herztod, dem primären Composite-Endpunkt der Studie, gekommen.

Das Infarktrisiko stieg mit dem Ausmaß der koronaren Verkalkung. Frauen mit einem Koronarkalziumscore im obersten Viertel hatten ein um den Faktor 3,16 erhöhtes Risiko, den Endpunkt zu erreichen. Bei Männern war das Risiko sogar um den Faktor 11,09 erhöht, wie die Gruppe um Raimund Erbel von der Universität Essen berichtet.
 

Auch im Vergleich zu einem Score des US-National Cholesterol Education Program (NCEP), der das Risiko aus Alter, Geschlecht, Cholesterin, Raucherstatus und Blutdruck bestimmt, kann die Elektronenstrahltomografie mithalten, wie eine Analyse der „receiver operating characteristic“ oder ROC-Kurve ergab.

Bei dieser Grenzwertoptimierung gibt die Zahl 1 ein optimales Ergebnis an. Mit den NCEP-Kriterien wurde ein Wert von 0,667 erzielt. Der Koronarkalziumscore erreichte einen Wert von 0,740 und die Kombination beider Methoden verbesserte das Ergebnis auf 0,754.

In einem anderen direkten Vergleich war die höchste NCEP Risikokategorie mit einem 3,19-fach erhöhten Risiko auf einen Herzinfarkt assoziiert, während die gleiche Odds Ratio beim Koronarkalziumscore 4,26 betrug. Nach Ansicht der Autoren belegen die Daten schon jetzt, dass die Bestimmung des Koronarkalziumscores einen Stellenwert in der Risikoabschätzung auf einen Herzinfarkt haben könnte.

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© rme/aerzteblatt.de

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