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Medizin

Mikrohirnblutungen durch ASS

Dienstag, 14. April 2009

Rotterdam – Bei Anwendern von Acetylsalicylsäure (ASS) finden sich einer Querschnittsstudie in den Archives of Neurology (2009; 66: doi:10.1001/archneurol.2009.42) zufolge häufiger Mikroeinblutungen im Gehirn. Die klinische Relevanz des Befunds ist jedoch unklar.

In T2-gewichteten Aufnahmen der Kernspintomografie werden bei älteren Menschen häufiger kleine hypointense Regionen im Gehirn sichtbar. Es handelt sich um Ablagerungen von Hämosiderin, Residuen kleinerer Einblutungen ins Hirngewebe. Bei einer Lokalisierung unterhalb des Tentorium cerebelli deuten Forscher sie als Zeichen einer hypertensiven oder arteriosklerotischen Angiopathie. Mikroblutungen in den Großhirnlappen (das heißt oberhalb des Kleinhirnzelts) sind dagegen Zeichen einer zerebralen Amyloidangiopathie. Sie führt zu einer Schwächung der Gefäßwände und erhöht das Risiko von Hirnblutungen. 

Möglicherweise sind Personen, die mit ASS oder verwandten Thrombozytenaggregationshemmern behandelt werden, besonders gefährdet, wie die Daten der Rotterdam Scan Study zeigen. Es handelt sich um eine Querschnittsstudie von mehr als 1.000 Senioren (Durchschnittsalter 70 Jahre), bei denen mit einem 1,5 Tesla starken Kernspintomografen Schichtaufnahmen des Gehirns angefertigt wurden.

Bei fast jedem vierten Teilnehmer (23,5 Prozent) wurden Mikroeinblutungen beobachtet, in den meisten Fällen (Gesamtprävalenz 13,7 Prozent) waren sie auf die Großhirnlappen beschränkt. Wie Meike Vernooij vom Erasmus MC in Rotterdam mitteilt, war die Häufigkeit der Mikroeinblutungen mit der Einnahme von ASS, nicht aber mit einer oralen Antikoagulation assoziiert.
 

Anwender von ASS oder Carbasalat-Kalzium hatten zu 71 Prozent häufiger zerebrale Mikroeinblutungen (Odds Ratio 1,71; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,21-2,41). Bei ASS-Anwendern waren sie besonders häufig in den Großhirnlappen und hier vor allem im Frontalhirn lokalisiert (Odds Ratio 2,70; 1,45-5,04). Für Carbasalat-Kalzium gab es hier keinen signifikanten Zusammenhang (Odds Ratio 1,16; 0,66-2,02). 

Carbasalat-Kalzium ist eine Mischung aus dem Kalzium-Salz von ASS und Harnstoff. Es wird in den Niederlanden häufig in niedriger Dosierung bei Patienten nach vorherigen zerebrovaskulären Ereignissen eingesetzt (Neuro-Dosierung), während ASS in höherer Kardio-Dosis zur Herzinfarktprävention bevorzugt wird.

Da es sich um eine Querschnittsstudie handelt, bleibt offen, ob die Mikroblutungen Folge der Medikamenteneinnahme sind oder ob umgekehrt, eine Grunderkrankung die Mikroblutungen begünstigt. Unklar ist auch, ob die Mikroeinblutungen Vorboten von größeren Blutungen sind. Interessanterweise gab es keine Assoziation von Mikroblutungen mit der Einnahme von oralen Antikoagulanzien, deren Einnahme häufiger als ASS mit klinisch relevanten Hirnblutungen einhergeht.

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© rme/aerzteblatt.de

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