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Medizin

Leitlinie: US-Geriater finden NSAID im Alter zu riskant

Donnerstag, 7. Mai 2009

New York City – Nicht steroidale Antiphlogistika (NSAID) sollten zur Therapie dauerhafter Schmerzen bei Senioren über 75 Jahre nach Möglichkeit vermieden werden. Diese Ansicht vertritt die American Geriatrics Society in einer neuen Leitlinie.

NSAID gehören zu den am häufigsten eingesetzten Schmerzmitteln und an ihrer Wirksamkeit bei älteren Menschen bestehen keine Zweifel. Viele ältere Menschen brauchen wegen dauerhafter Beschwerden des Bewegungsapparates, wegen Durchblutungsstörungen oder auch wegen Krebserkrankungen ein wirksames Schmerzmittel und NSAID gehören zur Stufe 1 des WHO-Stufenschemas. Viele Patienten dürften hier auch eine Selbstmedikation mit NSAID betreiben. 

Die American Geriatrics Society rät dagegen, bei Patienten über 75 Jahren die Therapie mit schwachen Opioiden (Stufe 2 des WHO-Stufenschemas) zu beginnen, um die Risiken der NSAID zu vermeiden, die mit zunehmendem Alter häufiger auftreten. Dazu gehören neben den gastrointestinalen Komplikationen (Ulzera und lebensbedrohliche Blutungen) auch das unter der Einnahme einiger NSAID erhöhte Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
 

Die US-Geriater warnen auch vor Wechselwirkungen der NSAID mit Medikamenten zur Behandlung der Herzinsuffizienz. Einige NSAID würden den Blutdruck steigern und die Nierenfunktion schädigen, was bei älteren Menschen mit Hypertonie und eingeschränkter Nierenfunktion zu Problemen führen könnte. 

Die US-Geriater sehen zwar die Nachteile der Opioide, sie halten deren Abhängigkeitspotenzial im Alter allerdings für gering. Langfristig seien Opioide für Senioren sicherer als NSAID, heißt es in der Pressemitteilung. Die Leitlinie, die im August im Journal of the American Geriatrics Society erscheinen soll, ist noch nicht im Internet verfügbar, weshalb Einzelheiten der Argumentation unklar bleiben.

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© rme/aerzteblatt.de

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