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Medizin

Thromboseneigung: Erythropoetin in der Kritik

Dienstag, 12. Mai 2009

Köln/Boston – Patienten, die begleitend zu ihrer Chemotherapie wegen einer Krebserkrankung Erythropoetin bekommen, haben eine um den Faktor 1,17 erhöhte Sterblichkeit. Das berichten Wissenschaftler der Uniklinik Köln und der Harvard Medical School in der Zeitschrift The Lancet (2009; 373: 1532).

Erythropoetin ist ein körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen unterstützt. Seit 15 Jahren werden künstliche Erythropoetine therapeutisch eingesetzt. Sie sollen bei der Therapie von Tumorpatienten, aber auch bei Nierenkranken, die Bildung von roten Blutkörperchen anregen.

Unter der Federführung von Andreas Engert, Innere Klinik I der Uniklinik Köln, haben Forscher verschiedener Universitäten in einer Metaanalyse eine eindeutige erhöhte Mortalität bei Patienten festgestellt, die den Wirkstoff bekamen. Ausgangspunkt waren die Daten von 13.933 Patienten aus 53 klinischen Studien.

Untersucht wurde der Gesundheitszustand der Patienten unter Gabe von Erythropoetin und bis 28 Tage danach. Die Sterblichkeit während der Behandlung war unter Behandlung mit Erythropoetinen um den Faktor 1,17 erhöht gegenüber Patienten, die nicht mit dem Wirkstoff therapiert wurden.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Chemotherapie erhielten, war das Risiko um den Faktor 1,10 erhöht. Welche Risikofaktoren einen Einfluss auf die erhöhte Mortalität haben, bleibt noch unklar und wird Gegenstand künftiger Forschung sein, in der die zellulären Wirkmechanismen aufgeklärt werden sollen. © hil/aerzteblatt.de

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