Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie: Gesunder Lebensstil hält Krebsüberlebende fit

Mittwoch, 13. Mai 2009

Durham – Körperliche Bewegung und eine Diät haben in einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 301: 1883-1891) älteren Krebsüberlebenden geholfen, ihre körperliche Funktionsfähigkeit zu erhalten.

Bei vielen Krebserkrankungen sind die Überlebenschancen in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Bei Frühkarzinomen in Darm, Brust und Prostata betragen die 5-Jahresüberlebensrate 90 Prozent oder mehr. Gerade ältere Patienten erleben nach der Behandlung (und häufig wohl auch infolge der Therapie) einen körperlichen Abbau.

Miriam Morey vom Center for Aging an der Duke Universität in Durham/North Carolina haben deshalb ein Fitnessprogramm für Krebsüberlebende entwickelt, deren Wirksamkeit sie in einer randomisierten Studie untersucht haben.

Eine Gruppe von 319 übergewichtigen Senioren, die 5 Jahre nach einer Behandlung ihres Krebsleidens in Darm, Brust oder Prostata ohne Rezidiv waren, erhielten einen Fitness- und Ernährungsplan. Er sah vor, dass die Patienten täglich Kraftübungen machten, 30 Minuten spazieren gingen, sich außerdem bei den Mahlzeiten zurückhielten und insgesamt 10 Prozent weniger Kalorien als zuvor zu sich nahmen, dafür aber mehr Obst und Gemüse verzehrten.

Die Einhaltung wurde durch einen persönlichen Trainer kontrolliert, der die Teilnehmer im Verlauf eines Jahres regelmäßig  telefonisch kontaktierte. Die Teilnehmer erhielten außerdem ein Arbeitsheft und vierteljährlich einen Newsletter, der sie motivieren sollte. Eine Kontrollgruppe von 322 Patienten wurde darauf vertröstet, dass sie im folgenden Jahr an dem Fitnessprogramm teilnehmen dürften.

zum Thema
Tatsächlich erzielten die Forscher mit einem begrenzten Einsatz von Ressourcen (1.000 US-Dollar pro Patient für Betreuung und Hilfsgeräte) eine Verhaltensänderung: Die Teilnehmer führten auch nach 12 Monaten fleißig ihre sportlichen Übungen durch, wenn auch nicht so häufig wie erhofft. Sie verzehrten mehr Obst und Gemüse (plus 1,24 Einheiten am Tag) und sie senkten die Fettaufnahme (minus 3,06 Gramm/Tag).

Der sichtbare Erfolg war eine Gewichtsreduktion um 2,06 kg (in der Kontrollgruppe 0,92 kg). Das Diät- und Sportprogramm normalisierte zwar beileibe nicht den BMI (minus 0,69 von einem Ausgangswert 29,1), es hatte aber doch einen statistisch signifikanten Einfluss auf die körperliche Funktionsfähigkeit, die mit dem SF-36 Fragebogen zum Gesundheitszustand erhoben wurde.

Vor der Studie lag der Wert bei 75,7 von 100 Punkten, ein nach Auskunft von Morey altersentsprechender Status. Die Teilnehmer waren zu Beginn der Studie zwischen 65 und 91 Jahre alt. Ein Jahr später, nach Abschluss der Studie, war der Wert in der Kontrollgruppe um 4,84 Punkte gefallen. Unter den Teilnehmern des Fitnessprogramms betrug der Rückgang nur 2,15 Punkte.

Auch bei anderen Aspekten der Lebensqualität (Schmerz, Vitalität, Sozialeben, mentale Gesundheit und körperliche Gesundheit) erzielte das Programm Erfolge, die allerdings nicht immer signifikant waren. Insgesamt ist die Autorin mit den Ergebnissen zufrieden. Sie ist auch zuversichtlich, dass sich das Programm in weiteren Studien als kosteneffektiv erweisen werde. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige