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Medizin

Studie: Schlaf macht schlank

Dienstag, 19. Mai 2009

Washington – Diät und Sport sind derzeit die häufigsten Empfehlungen zur Gewichtsreduktion. Die gleiche Wirkung könnte nach einer auf der Jahrestagung der American Thoracic Society in San Diego vorgestellten Studie ein geruhsamer Schlaf erzielen – auch bei Personen, die sich eher wenig bewegen.

Im Rahmen einer größeren Studie (Integrative Cardiac Health Project) wurden am Walter Reed Army Medical Center in Washington 14 Krankenschwestern mit einem speziellen Aktigraphie-Armband ausgerüstet, das neben den Armbewegungen auch Körper- und Umgebungstemperaturen registrierte.

Arn Eliasson erhielt so Informationen über die körperliche Aktivität und die Ruhezeiten der Probandinnen. Aber auch eine Berechnung des Energieverbrauchs war möglich. Entgegen den Erwartungen bewegten sich übergewichtige Krankenschwestern mehr als die normalgewichtigen: Sie legten täglich 14.000 statt 11.000 Schritte zurück, ein Unterschied von 25 Prozent.

Und sie verbrauchten dabei vermutlich 1.000 Kalorien mehr am Tag, obwohl sie mehr wogen. Am Abend waren sie nicht etwa erschöpfter als die schlanken Krankenschwestern. Im Gegenteil: Übergewicht war mit kürzeren Schlafzeiten und einer schlechteren Schlafeffizienz (angezeigt durch häufigere Armbewegungen in der Nacht) assoziiert. 

Eliasson hat eine Erklärung für den Zusammenhang zwischen kurzen Schlafzeiten und Übergewicht. Schlafmangel könnte das hormonelle Gleichgewicht durcheinander bringen, vermutet der Forscher und dadurch beispielsweise die Konzentration des Sättigungshormons Leptin senken.

Die Folge wäre eine vermehrte (nächtliche?) Nahrungsaufnahme. Stress könnte laut Eliasson ebenfalls einen Beitrag leisten: Er verschlechtere nicht nur die Schlafeffizienz, auch die Qualität der Arbeit könnte leiden, was möglicherweise erkläre, warum hektische übergewichtige Menschen größere Strecken zurücklegen, um ihr Arbeitspensum zu erfüllen, womit der Kreis zwischen Übergewicht und vermehrter Bewegung wieder geschlossen würde.

Eliasson kann seine Hypothese allerdings weder durch Daten zur Konzentration von Leptin oder Stresshormonen belegen und die Ergebnisse der stichprobenartigen Studien mit einer sehr begrenzten Zahl von Patienten sollte sicherlich nicht überbewertet werden. Die Entwicklung kostengünstiger Aktigraphiegeräte dürfte allerdings dazu führen, dass es nicht die letzte Studie zu diesem Thema gewesen ist. © rme/aerzteblatt.de

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