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Apobank-Chef sieht gute Chancen für niedergelassene Ärzte

Mittwoch, 10. Juni 2009

Düsseldorf – Auch in der Finanzkrise bekomme der Arzt als Kunde weiterhin jeden Kredit­wunsch erfüllt, betonte Günter Preuß, Vorstands­sprecher der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank), im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt – „vorausgesetzt, wir dürfen Leistungs­fähigkeit unterstellen und auch mit der vereinbarten Rückzahlung rechnen“. 

Die Frage, bei welchen Arztpraxen die Apobank Leistungs­fähigkeit voraussetze, wollte Preuß nicht pauschal beantworten: „Es kommt primär auf die Person an und daneben auf die Lage der Praxis.“ In überbesetzten Gebieten rate die Bank beispielsweise von einer Praxisgründung oder -übernahme ab.

Zwar sehe auch die Standesbank der Heilberufe den Trend hin zu Medizinischen Versorgungs­zentren (MVZ), „aber neben diesen MVZ wird es auch weiterhin die klassische Einzelpraxis geben.“ Dies gelte insbesondere auf dem Land und im hausärztlichen Bereich, prognostizierte Preuß, der seit 1995 Mitglied des Apobank-Vorstands ist. Bei den Fachärzten seien hingegen eher Kooperationen notwendig, vor allem in den Großstädten. 

Obwohl immer mehr Kliniken in die ambulante Versorgung drängen und auch Finanzinvestoren MVZ gründen, sieht Preuß gute Zukunftsaussichten für niedergelassene Ärzte, „die die Zeichen der Zeit begreifen – also in die Praxis investieren und auf die veränderten Ansprüche der Kunden reagieren“. Die Ärzte überschätzten die Kliniken, was deren Möglichkeiten in der ambulanten Versorgung angehe: „Die Kliniken haben erhebliche Probleme, sich so in der ambulanten Versorgung einzubringen, wie sie es gerne hätten.“
 

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Trotz aller Klagen über sinkende Honorare der Vertragsärzte: Das Ärztinnen oder Ärzte ihren Kredit bei der Apobank nicht mehr bedienen können, kommt so gut wie nicht vor. „Und die Kreditausfälle, die wir verzeichnen, sind meist nicht auf die Praxisumsätze zurückzuführen, sondern ergeben sich aus der Lebensführung: Scheidung, Sucht oder Krankheit“, berichtete der 64jährige.

Zum 1. Juli übergibt Preuß das Amt des Vorstandssprechers an Herbert Pfennig. Er übergebe die Bank einer exzellenten Verfassung: „Ohne die Blessuren der Finanzmarktkrise hätte die Bank 2008 das beste Ergebnis ihrer 107-jährigen Geschichte erzielt.“ 

200 Millionen Euro habe die Apobank abschreiben müssen, weil sie sowohl bei Lehman als auch bei isländischen Banken Geld angelegt hatte: „Bei den Banken handelte es sich ausschließlich im Festgelder. Es war einfach nicht vorstellbar, dass Lehman pleitegeht.“ Man habe keineswegs mit Kundengeldern spekuliert.

© JF/aerzteblatt.de

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