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Medizin

Knochenbruchrisiko nach Adi­positas-Operationen

Donnerstag, 11. Juni 2009

Rochester – Zu den Spätfolgen einer Darmbypass-Operation zur Behandlung der Adipositas könnten Knochenbrüche gehören. Dies zeigen epidemiologische Befunde der Mayo-Clinic, die auf der Jahrestagung der US-Endocrine Society in Washington vorgestellt wurden.

Mit dem Rochester Epidemiology Project, das Krankendaten der Patienten der Mayo Clinic nach ihrer Entlassung sammelt, verfügt die renommierte Klinik über ein ausgezeichnetes Instrument, um die Spätfolgen von Behandlungen zu untersuchen. 

Bariatrische Eingriffe werden an der Klinik schon seit 1985 durchgeführt. Bis 2004 wurden 292 Patienten operiert, von denen die Gruppe um Jackie Clowes 97 in der Datenbank ausfindig machen konnte. Bei den jungen stark adipösen Patienten (Durchschnittsalter 44 Jahre; überwiegend Frauen) war in den meisten Fällen eine Bypass-Operation durchgeführt worden, die den Darm funktionell um 100 bis 150 cm (77 Prozent) oder mehr (13 Prozent) verkürzte.
 

Die Patienten verlieren nach derartigen Eingriffen rasch an Gewicht. Es kommt aber auch zu einer Malabsorption von Kalzium und Vitamin D. Die Folge ist eine Verminderung der Knochendichte. Auf dieses Risiko hatte kürzlich eine andere Gruppe von Endokrinologen im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (JCEM 2008: doi:10.1210/jc.2008-0481) hingewiesen. Bereits im ersten Jahr war es in dieser Studie – parallel zu einer Gewichtsreduktion um 45 kg – zu Störungen des Hormonhaushalts und zu einer Minderung der Knochendichte gekommen.

Die Auswertung der Mayo-Epidemiologen zeigt nun, dass Knochenbrüche die Folge sind: 21 der 97 Patienten erlitten 31 Frakturen, was bei der jungen Gruppe von Patienten ungewöhnlich ist. Besonders gefährdet waren die Knochen an Händen und Füßen, bei denen den Berechnungen von Clowes zufolge 3,3-fach beziehungsweise 3,9-fach häufiger Frakturen auftraten als für Alter und Geschlecht zu erwarten gewesen wären. Aber auch das Risiko von “osteoporotischen” Frakturen (Hüfte, Handgelenk, Oberarm, Wirbelsäule) war um 40 Prozent erhöht.

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© rme/aerzteblatt.de

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