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Medizin

Protonenpumpenhemmer könnten süchtig machen

Mittwoch, 1. Juli 2009

Kopenhagen – Der Einsatz von Protonenpumpenhemmern birgt möglicherweise die Gefahr der Abhängigkeit. Dies geht aus einer Untersuchung am Klinikum der Universität zu Kopenhagen hervor. Die Arbeitsgruppe publiziert diese Ergebnisse im Fachblatt der American Gastroenterological Association (Gastroenterology 2009; 137: 80-87).

Die Verwendung von Protonenpumpenhemmern ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Hierzu trägt vor allem der gestiegene Anteil von Langzeitverschreibungen bei. Die dänischen Wissenschaftler untersuchten die Auswirkungen einer Daueranwendung von Protonenpumpenhemmern in einer randomisierten Doppelblindstudie.

120 gesunde Teilnehmer erhielten entweder täglich 40 mg Esomeprazol über acht Wochen oder zwölf Wochen lang ein Placebo. Im Anschluss erhielten beide Gruppen jeweils über vier Wochen ein Placebo. Die Probanden machten wöchentlich Angaben zur Erfassung des GSRS-Scores (Gastrointestinal Symptom Rating Scale).

Bei den Probanden, die Protonenpumpenhemmer erhielten, traten in den ersten Wochen nach Absetzen der Medikation gehäuft Symptome wie Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Dyspepsie auf. 44 Prozent der Studienteilnehmer aus dieser Gruppe gaben an, an mindestens einem dieser Symptome zu leiden. In der Kontrollgruppe litten 15 Prozent der Teilnehmer unter säurebezogener Symptomatik.

„Die Beobachtung, dass über 40 Prozent der gesunden Freiwilligen, die niemals unter Sodbrennen, saurem Aufstoßen oder Dyspepsie litten, solche Symptome nach dem Absetzen von Protonenpumpenhemmern entwickeln, ist bemerkenswert und hat möglicherweise wichtige klinische und auch ökonomische Folgen“, betont Christina Reimer, Erstautorin der Studie: „Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass die hier beobachteten Symptome durch eine reflektorische Hypersekretion von Säure entstanden sind. Wenn diese reflektorische Sekretion tatsächlich säurebedingte Symptome verursacht, würde das eine Abhängigkeit von Protonenpumpenhemmern zur Folge haben.

Demzufolge bestätigen unsere Ergebnisse die Annahme, dass eine Abhängigkeit von Protonenpumpenhemmern zum rasanten Anstieg in der Verwendung von Protonenpumpenhemmern geführt hat.“ © hil/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 2. Juli 2009, 13:20

Lange bekannt und nichts Neues.

Frage, warum hat man es bisher nicht diskutiert? Klar weil auch die Herren Professoren von der Pharmaindustrie abhängig sind, die sich darin dumm und dämlich verdient.
Ausserdem Omeprazol macht Plavix wirkungslos. Auch dieser Tatsache wird nicht genug Bedeutung zugemessen.
Sabine Brantl
am Donnerstag, 2. Juli 2009, 10:44

Protonenpumpenhemmer könnten süchtig machen

Ich habe nach Feststellung eines Magengeschwürs im März 2007 (bei einer Magenspiegelung) 6 Wochen lang täglich Pantozol 40 genommen. Unter Pantozol begann ich, an Sodbrennen und nächtlichem Hochkommen von Säure zu leiden, bis zu schlimmen Hustenattacken - was ich vorher nie hatte. Nach Abheilen des Geschwürs sollte ich auf Pantozol 20 heruntergehen. Das ging nicht, da ich wegen Husten nicht mehr schlafen konnte. Ich habe dann ein halbes Jahr lang früh Pantozol 40 und zur Nacht Ranitidin sowie nachts 2 Beutel Maalox 70 genommen, des weiteren vor jeder Mahlzeit Domperidon, um mit der hochsteigenden Säure fertig zu werden. Durch eine osteopathische Behandlung, die die Magen-Darm-Passage beschleunigt hatte, gelang es mir, nach einem halben Jahr von den Säureblockern wegzukommen. Jetzt nehme ich nur noch Maalox zur Nacht und MCP vor den Mahlzeiten. Ich kann nur bestätigen, dass die regelmäßige Einnahme von Protonenpumpenhemmern dazu führt, dass der Körper noch mehr Säure produziert, die dann dazu führt, dass man immer mehr Protonenpumpenhemmer braucht.

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