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Politik

Schmidt will junge Ärzte mit Stipendien aufs Land locken

Montag, 13. Juli 2009

Berlin – Um dem Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenzutreten, plädiert Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) für Stipendien und weitere Vorteile für Medizinstudenten wie etwa die Befreiung von Studiengebühren. „Im Gegenzug sollten sich diese Studenten dann verpflichten, fünf Jahre dahin zu gehen, wo sie am nötigsten gebraucht Werden“, sagte die Ministerin der Zeitung „Die Welt“ vom Montag.

„80 Prozent der jungen Ärzte werden dort bleiben“, sagte Schmidt weiter voraus. Schmidt verwies zudem auf die Möglichkeit, Ärzten, die sich in Mangelregionen niederlassen, Zuschläge zu zahlen. Diese seien im Honorarsystem ab Januar 2010 ausdrücklich vorgesehen.

„Eine Möglichkeit wären auch medizinische Versorgungszentren mit angegliederten Praxen in abgelegenen Dörfern“, sagte die SPD-Politikerin weiter. „Das könnte so laufen: An jedem Tag der Woche kommt ein anderer Arzt, am Montag der Internist, Dienstag der Augenarzt und Donnerstag der Orthopäde“, erläuterte sie ihr Vorhaben.

Schmidt wies darauf hin, dass in den nächsten Jahren mehr als 10.000 Hausärzte das Rentenalter erreichen würden. In einigen ostdeutschen Bundesländern werde sogar jeder dritte Hausarzt in Ruhestand gehen. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #91404
Stefan
am Dienstag, 14. Juli 2009, 18:24

Das Aachener Orakel hat sieht die Zukunft voraus …

Förderung sieht anders aus!
Anstatt die schräge Situation des deutschen Medizinernachwuchses endlich kausal anzugehen, übertüncht man die Gemengelage, dazu wieder mal viel zu spät, mit klassischen Übersprunghandlungen, die doch sehr an Inhalte in Praktika wie Psychosomatik und Psychiatrie erinnern. Es soll also laufen wie bei der Bundeswehr, die schon vor vielen Jahrzehnten in Studienzeiten ein nettes Einkommen und eine schöne Wohnung sicherte, wenn man danach nur ein paar Jahre bei „Y-Reisen“ durchhielt. Auch dieses Model hat sich nicht wirklich bewährt, wie die Nachwuchslage der „kämpfenden Truppe“ am heutigen Tag knallhart belegt. Wer lässt sich heutzutage schon die wichtigsten Jahre, und dies sind die direkt nach Ende des Studiums, so vorschreiben? Mit Karriere an einer Uniklinik, dem Aufbruch in ein anderes europäisches Land z.B., immerhin Ausfluss der Rechte in der vereinten EU, wäre dann Schluss! Teuer erkauft, ZU teuer!
Nun gut: Es hat Ulla Schmidt ja niemand gesagt, dass das nicht wirklich funktionieren kann. Psst! Nicht weitersagen! Erstaunlich, dass man als Medium aus der Aachener Ecke schon proaktiv valide Zahlen des erhofften durchschlagenden Erfolges bieten kann, ohne dass AFP irgendein konkretes Konzept vermeldet. „80 Prozent der jungen Ärzte werden dort bleiben“ ist eine Weissagung, die eher an eine Glaskugel erinnert. Aber in fünf Jahren wird man sich nicht mehr daran erinnern können und hat es ohnehin anders gesagt, gemeint oder ist notfalls ein Tippfehler der eigenen Pressestelle. Dass Professor Hoppe und alle Kammerpräsidenten vehement seit sicherlich 10-15 Jahren den Abgang der starken Nachkriegsjahrgänge anmerken, ist offenbar nun, nachdem das Kind im Brunnen liegt, auch bei den Entscheidern angekommen. Zu spät, denn mit dieser Makulatur schafft man per se keinen Nachwuchs im weiter weiblicher werdenden Berufsstand. „Thema verfehlt“ stünde unter dem Aufsatz, aber bei Politikern reicht es dann noch zur „Eins-Minus“. Vokabeln wie „Versorgungszentren“ sind, solange man nicht im Ansatz eine tragfähige Idee hat, wie man Vorteile sowohl für die Leistungserbringer als auch die Gesellschaft damit entwickeln will, eher negativ besetzt, wirken eher als Drohung denn systemrelevante Perspektive. Klar, „Priorisierung“ will ja keiner, außer den „bösen, bösen Standesfunktionären“, aber Krankheiten nach einem Wochenschema zu behandeln ist schon eine Idee, die weit über jede Selektion hinausgeht: Wer hat schon seine Erkrankung im Rhythmus einer Woche? Und am Samstag und Sonntag sind einfach alle gesund? Wenn 6 von 7 Tagen „meine“ eigene Krankheit tabu ist: Muss ich da privat zahlen oder einen Express-Bonus entrichten? 50% die Woche über und 100% Spätzuschlag am Abend/Nacht, 200% am Wochenende wie beim Schlüsseldienst oder Klempner? Man überlege sich besser, was man wann haben will. Wie regelt man dies als Patient, wenn ich dummerweise am Augentag es nur am Ohr habe oder meine Bauchschmerzen gerade allfällig werden, wenn eben der Orthopäde verfügbar ist? Gibt es da vielleicht dann gar einen „unpassenden-Behandler“- Rabatt? 6 von 7 Tagen sind da für mich als Patient dann „Tage des praktischen Arztes“. So kann man auch sparen …

Avatar #88878
frusti
am Montag, 13. Juli 2009, 20:16

Lenkung - das ging schon mal schief - in der DDR

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