Ausland

Proteste gegen Sterbehilfe-Abkommen in der Schweiz

Montag, 13. Juli 2009

Zürich – In der Schweiz gibt es erneut Streit über Sterbehilfe. Eine in der vergangenen Woche zwischen dem Kanton Zürich und der Sterbehilfeorganisation Exit geschlossene Vereinbarung löste am Wochenende scharfe Proteste aus.

Die Schweizer Sektion von Human Life International (HLI) bezeichnete das Abkommen als „Druckmittel, um eine nationale gesetzliche Regelung und damit eine staatliche Anerkennung von Sterbehilfeorganisationen durchzusetzen“. Die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) nannte es „rechtsstaatlich unzulässig und äußerst fragwürdig“, dass die kantonale Justiz mit einer Sterbehilfeorganisation eine Art „Legalisierungsvertrag“ abgeschlossen habe.

Im Kanton Zürich hatten die Oberstaatsanwaltschaft und die Suizidhilfeorganisation Exit am 7. Juli eine „Vereinbarung über Standesregeln bei der organisierten Suizidhilfe“. Sie bestimmt die Abläufe einer aktiven Sterbehilfe und legt das zu verwendende Sterbemittel fest. Geregelt wird zudem die Organisation und die Offenlegung der finanziellen Belange.

Die Lebensrechtsbewegung HLI kritisierte in ihrer zusammen mit der Vereinigung katholischer Ärzte der Schweiz (VKAS) veröffentlichten Erklärung, dass der Begriff Standesregeln im Zusammenhang mit der Beihilfe zum Suizid verwendet wird. Die beiden Organisationen bedauerten zudem, dass einem Sterbetourismus kein Riegel vorgeschoben werde.

Beide Organisationen plädierten für eine Förderung der Palliativmedizin in der Ausbildung von Ärzten und Pflegepersonal sowie in der Praxis. Die in Deutschland gemachten positiven Erfahrungen mit Hospizen für Sterbende seien auch auf die Schweiz übertragbar.
Damit könnten Suizide vermieden und ein „positives Zeichen“ gesetzt werden, dass Kranke, Behinderte und Sterbende von der Gesellschaft akzeptiert würden. Hospize und Palliativmedizin seien wirksame Mittel gegen das Gefühl pflegebedürftiger Menschen, sie würden Angehörigen und der Gesellschaft zur Last fallen. © kna/aerzteblatt.de

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