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Medizin

US-Psychologen lehnen Therapie der Homosexualität ab

Donnerstag, 6. August 2009

Washington – Die von religiösen Fundamentalisten geforderte „reparative“ Therapie einer homosexuellen Orientierung ist nicht Erfolg versprechend und potenziell schädlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Task Force der American Psychological Association. Der Report äußert aber Verständnis dafür, dass Homosexuelle nach einer Lösung der Konflikte streben, in die sie durch ihren christlichen Glauben geraten könnten.

Die Umfrage einer “Barna Research Group” aus Ventura/Kalifornien hatte kürzlich ergeben, dass Homosexuelle zwar nur halb so häufig die Kirche besuchen, in der Bibel lesen oder beten als Heterosexuelle. Gleichzeitig gab mehr als die Hälfte der befragten Homosexuellen an, dass der Glaube für sie “sehr wichtig” sei.

Nach Ansicht fundamentalistischer Christen ergibt sich daraus zwangsläufig ein Konflikt, zu dessen Lösung einige religiös motivierte Psychologen eine “reparative Therapie” anbieten, die in der Wissenschaft als “sexual orientation change efforts” oder SOCE bezeichnet wird. 

Dass diese SOCE erfolgreich sein kann, wird von einer Expertengruppe der American Psychological Association bezweifelt. Judith Glassgold aus Highland Park/New Jersey und Mitarbeiter hatten insgesamt 83 Studien ausgewertet, die seit den 60er-Jahren mit dem Ziel durchgeführt wurden, die homosexuellen Neigungen zu „reparieren“.

Die meisten Studien waren älteren Datums und wiesen erhebliche methodologische Schwächen auf, berichten die US-Psychologen. Eine Wirkung lasse sich aus den Ergebnissen nicht ablesen. Es bestehe sogar die Gefahr, dass gläubige Homosexuelle durch die Therapie in eine schwere psychologische Krise mit Depressionen bis hin zur Suizidalität geraten.

Die US-Psychologen halten es für vernünftiger, den Homosexuellen zu raten, ihre sexuelle Orientierung zu akzeptieren und nach Wegen zu suchen, sie mit ihrer Religiosität in Übereinstimmung zu bringen. Dies könne durch Enthaltsamkeit versucht werden oder durch den Wechsel in eine andere Glaubensgemeinschaft, laut ein pragmatischer Ratschlag. © rme/aerzteblatt.de

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ursli
am Mittwoch, 12. August 2009, 18:28

Homosexualität

Leider werden im Rahmen des weltweiten Demokratie- und Toleranzabbaus, (um Machtstrukturen zu sichern) auch die Religionen (Islam wie Christentum) willkommen geheisen in sogenannten fundamentalistischen Auslegungen alles was neue, offenere gesellschaftliche Prozesse in Gang bringen könnte als sündhaft zu beurteilen und zu verurteilen. Die Homosexuellen haben in der Regel keine Probleme mit Ihrer Liebe oder Verlangen , sondern damit, daß diese von anderen verachtet und häufig bestraft wird.
adonis
am Mittwoch, 12. August 2009, 10:58

Manchmal ist man über die "Fortschrittlichkeit" in den USA erschüttert.

Man denkt eigentlich, dass man nun endlich Homosexualität als Krankheit verbannt hat. Das ist doch mittelalterlich!!!
Von gewissen Staaten kann man nichts anderes erwarten, aber die USA sollten doch ein wenig über ihr Image in der Welt nachdenken!!!

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