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Medizin

Osteoarthritis: Syndecan-4 als Auslöser des Gelenkverschleißes

Dienstag, 18. August 2009

Münster – Ein deutsch-koreanisches Forscherteam ist möglicherweise auf einen neuen Ansatz zur Behandlung der Osteoarthritis, dem Gelenkverschleiß im Alter, gestoßen. In Nature Medicine (2009; doi: 10.1038/nm.1998) beschreiben die Wissenschaftler, wie ein Antikörper gegen Syndecan-4 die aktive Gelenkzerstörung bei Mäusen verhinderte.

Syndecan-4 ist ein Oberflächenmolekül von Chondrozyten im Gelenkknorpel. Bei einer Beschädigung aktiviert es das Enzym ADAMTS5, das den Knorpel zersetzt, wie australische Forscher vor einigen Jahren herausgefunden hatten (Nature 2005; 434: 648-652).

Die Gelenkzerstörungen bei der Arthrose, die bei mehr als der Hälfte aller über 65-Jährigen nachweisbar ist, sind keinesfalls nur Folge einer Abnutzung im Alter. Es gibt eine aktive Komponente, die Ansatzpunkte für eine Therapie schafft. Diese könnten in der Inhibition von ADAMTS5 bestehen oder aber in der Blockade von Syndecan-4.

Den letzteren Weg hat die Gruppe um Thomas Pap vom Institut für Experimentelle Muskuloskelettale Medizin an der Universität in Münster jetzt zusammen mit Forschern aus Hannover, Hamburg und Seoul erkundet.

Zunächst haben die Forscher Mäuse gentechnisch so verändert, dass die Chondrozyten im Gelenkknorpel kein Syndecan-4 mehr produzierten. Das führte dazu, dass der Knorpel unempfindlich wurde gegen schädigende Einflüsse und die Tiere keine Arthrose mehr entwickelten. Dieser Ansatz ist auf den Menschen nicht übertragbar.
 

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Im nächsten Schritt experimentierten die Forscher mit einem Antikörper, der gegen Syndecan-4 gerichtet war. Intraartikuläre Injektionen schützten die Mäuse vor einer Osteoarthritis. Dieser Therapieansatz wäre durchaus auf den Menschen übertragbar.

Monoklonale Antikörper gehören mittlerweile zum therapeutischen Repertoire bei der rheumatischen Arthritis. Ob es demnächst auch ein sogenanntes Biological gegen die Osteoarthritis geben wird, lässt sich nicht vorhersagen. Bei der großen Bedeutung der Erkrankung, auf die ein Großteil der jährlich über 26 Milliarden Euro Krankheitskosten für Erkrankungen des Bewegungsapparates entfallen, wäre ein wirksames Gegenmittel sicherlich willkommen.

© rme/aerzteblatt.de

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