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Studie belegt Verstrickung von Jenapharm in DDR-Dopingsystem

Dienstag, 18. August 2009

Jena – Der frühere Arzneihersteller VEB Jenapharm ist einer Studie zufolge mitverantwortlich für Dopingpraktiken im DDR-Sport. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Nachfolgebetrieb Jenapharm selbst in Auftrag gegebene Untersuchung der Universität Jena, wie das “Thüringen Journal“ des MDR am Dienstag berichtete.

Der Historiker Klaus Latzel beschreibt darin, wie der Pharmabetrieb seit den 1960er-Jahren die sogenannten unterstützenden Mittel für den Sport herstellte. Teilweise seien die Mittel ohne klinische Tests und damit auch nach DDR-Recht illegal an Sportler gegeben worden. Außerdem habe der Betrieb Präparate entwickelt, die die Doping-Einnahme verschleierten.

Geplant wurde den Angaben zufolge die Doping-Herstellung und -Entwicklung von der DDR-Sportführung. Sie habe als “fester Bestandteil des Klassenkampfes zwischen Sozialismus und Kapitalismus“ gegolten. Allerdings sei die Leitungsebene des VEB in die Aufgaben des Staatsplanes einbezogen gewesen. Die verantwortlichen Mitarbeiter seien für ihre Arbeiten mit nennenswerten Prämien belohnt worden.

Nicht aufklären konnten Latzel und seine Co-Autoren, wie viele DDR-Leistungssportler gedopt wurden. Außerdem bleibt unklar, in welchem Ausmaß die Dopingmittel an Kindern und Jugendlichen erprobt wurden. Die Autoren begründen das unter anderem damit, dass etliche Akten der DDR-Pharmabetriebe bis 2002 vernichtet wurden.

Die Studie wurde 2005 von der heutigen Firma Jenapharm in Auftrag gegeben und mit 250.000 Euro finanziert. Sie stützt sich auf Unterlagen der DDR-Pharmabetriebe, der Forschungsinstitute und der Birthler-Behörde sowie andere wissenschaftliche Arbeiten. Außerdem befragten die Verfasser Verantwortliche des VEB Jenapharm.

Der heutige Geschäftsführer von Jenapharm, Viktor Geisler, sagte dem Sender, mit der Veröffentlichung der Studie und den Entschädigungszahlungen an die DDR-Doping-Opfer Ende 2007 „ist das Thema für uns abgeschlossen“. © ddp/aerzteblatt.de

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