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Medizin

Bakterienenzym „bricht“ Dupuytren‘sche Kontraktur

Donnerstag, 3. September 2009

Stony Brook – Die mehrmalige Injektion des Enzyms Collagenase könnte bei der Dupuytren’sche Kontraktur eine Alternative zur Operation sein. Nach den überzeugenden Ergebnissen einer Phase-III-Studie im New England Journal of Medicine (2009; 361: 968-979) hat der Hersteller die Zulassung beantragt.

Die nach dem französischen Chirurgen G. Dupuytren genannte strangförmige Fibromatose in der Handinnenfläche, welche einzelne Beugesehnen der Fingermuskeln einmauert und eine Kontraktur erzwingt, wird bisher handchirurgisch versorgt. Die Wirksamkeit konservativer Therapien wie Ultraschallbehandlung, Kortisoninjektion, Vitamin-E-Gabe, Laseranwendung ist nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie wissenschaftlich nicht bewiesen.

Die Ursache für die pathologische Kollagenproduktion und Ablagerung sind zwar unbekannt, der Einsatz von Enzymen, die Kollagen abbauen, erscheint jedoch ein logischer Therapieansatz zu sein, der in der Collagenase Option for Reduction of Dupuytren's oder CORD-I-Studie an 308 Patienten untersucht wurde, bei denen Gelenkkontrakturen von mindestens 20 Grad bestanden.

 

 

In der bisher größten randomisieren klinischen Studie zu dieser häufigen Erkrankung (die Prävalenz soll 3 bis 6 Prozent betragen) erhielten die Patienten dreimal im Abstand von jeweils 30 Tagen eine Injektion mit Placebo oder einer Collagenase, die aus Clostridium histolyticum gewonnen wird.

Einen Tag nach den intraläsionalen Injektionen erfolgte eine passive Extension der betroffenen metakarpophalangealen oder proximalen interphalangealen Gelenke, soweit die Patienten die Schmerzen ertragen konnten. Das Ziel war, die durch die Collagenase „angedauten“ Stränge zu brechen.

Dies gelang erstaunlich gut, wie die Ergebnisse im primären Endpunkt der Studie zeigen, die Lawrence Hurst von der Universität in Stony Brook vorstellt: Eine Reduktion der Kontraktur auf weniger als 5 Prozent wurde bei 64,0 Prozent der mit Collagenase behandelten Gelenke erreicht, während die Placebobehandlung nur bei 6,8 Prozent erfolgreich war. Auch die Beweglichkeit der Gelenke wurde gebessert: Von 43,9 auf 80,7 Grad nach Injektion der Collagenase gegenüber einer (nicht wirklich klinisch relevanten) Verbesserung von 45,3 auf 49,5 Grad im Placebo-Arm der Studie.

Diese Ergebnisse lassen kaum Zweifel an der Wirksamkeit der Therapie zu. Die Behandlung ist jedoch nicht ohne Nebenwirkungen. Neben lokalen Rötungen, Schwellungen, Blutungen und Schmerzen kam es bei jedem zehnten Patienten auch zu einer Anschwellung der lokalen Lymphknoten.

Zwei Patienten erlitten einen Sehnenriss, bei einem kam es zu einem komplexen regionalen Schmerzsyndroms. Der Hersteller hat in den USA einen Zulassungsantrag gestellt. Die FDA hat für Mitte des Monats eine Gutachtertagung anberaumt.

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© rme/aerzteblatt.de

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