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Medizin

Clostridium difficile: Mutation macht Erreger aggressiv

Montag, 28. September 2009

London – Der Anstieg von schwer verlaufenden Infektionen mit dem Durchfallerreger Clostridium difficile ist auf mehrere genetische Veränderungen des Bakteriums zurückzuführen. Dies zeigt ein Vergleich mit dem Genom älterer Erreger in Genome Biology (2009, 10: R102).

Schwere Verläufe einer C.-difficile-assoziierten Diarrhö waren in der Vergangenheit selten. Seit einigen Jahren werden jedoch aus Nordamerika und England, aber auch aus den deutschen Nachbarländern Belgien, Holland und Frankreich nosokomiale Ausbrüche gemeldet, die einen heftigen Verlauf nehmen können.
 

In einer englischen Klinik kamen 2003 und 2006 sogar 35 Patienten zu Tode. Als Verursacher der Epidemien wurde der Ribotyp 027 von Clostridium difficile isoliert, der inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen wird. Das Robert-Koch-Institut in Berlin rechnet deshalb auch hierzulande mit einer weiteren Ausbreitung schwer behandelbarer Infektionen.

Die Forschergruppe um Brandan Wren von der London School of Hygiene and Tropical Medicine hat jetzt das Genom des Ribotyps 027 mit dem zweier älterer Erreger verglichen. Es zeigte sich, dass der Ribotyp 027 sein Genom in den letzten 16 Jahren gleich in fünf Regionen vergrößert hat.

Unter anderem wurde genetisches Material einer Bakteriophage aufgenommen. Wren vermutet dass die Veränderungen die deutlich erhöhte Aggressivität des Erregers erklären. Der genaue Beitrag der einzelnen Regionen konnte jedoch noch nicht geklärt werden.

Die neuen Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuer Gensonden zum Erregernachweis führen. Neue Ansatzpunkte zur Therapie sind nicht erkennbar.

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© rme/aerzteblatt.de

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