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Medizin

Gürtelrose als Schlaganfallrisiko

Freitag, 9. Oktober 2009

Taipei – Im ersten Jahr nach einem Herpes zoster ist das Schlaganfallrisiko signifikant erhöht, wobei vermehrt hämorrhagische Insulte auftreten. Besonders gefährdet sind nach einer Fall-Kontroll-Studie in Stroke (2009; doi: 10.1161/STROKEAHA.109.562017) Patienten mit einem Zoster ophthalmicus.

Die Gürtelrose ist die Folge einer Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus, das nach einer Windpockenerkrankung in der Kindheit in den Spinalganglien überlebt. Für die erneute Erkrankung im höheren Lebensalter werden eine Reihe von Risikofaktoren wie Stress, Immunschwäche oder anderen Infektionen verantwortlich gemacht.

Sie unterscheiden sich damit von klassischen Risikofaktoren für den Schlaganfall wie Hypertonie, Rauchen und Diabetes, so dass die Assoziation, auf die Forscher der Medizinischen Universität Taipei gestoßen sind, zunächst einmal ungewöhnlich ist.

Die Gruppe um Herng-Ching Lin von der Medizinischen Universität Taipeh verweist jedoch auf die nach Zostererkrankungen oft nachweisbare Vaskulopathie, die einen plausible Erklärung für die Ergebnisse seiner Studie liefern könnte.

Die Epidemiologen hatten die Daten von 7.760 Patienten ausgewertet, die zwischen 1997 und 2001 wegen eines Zosters an der Klinik behandelt wurden. 133 Patienten (1,71 Prozent) erkrankten im folgenden Jahr an einem Schlaganfall. Die Rate war damit höher als in einer Vergleichsgruppe von 23.280 Kontrollen, von denen 306 Patienten (1,31 Prozent) einen Schlaganfall erlitten.
 

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Dies ergibt nach den Berechnungen der Autoren eine Hazard Ratio von 1,31 also ein um etwa ein Drittel erhöhtes Risiko. Angesichts der Unsicherheiten, die mit Fall-Kontrollstudien verbunden sind und dem geringen absoluten Risiko, ist dies sicherlich kein beunruhigender Befund.

Bemerkenswert ist jedoch, dass für Patienten mit einem Zoster ophthalmicus, also dem Befall des Augenastes der fünften Hirnnervens, das Risiko auf einen Schlaganfall im folgenden Jahr im den Faktor 4,28 erhöht ist.

Auffällig ist außerdem ein (unabhängig von der Zosterlokalisation) um den Faktor 2,79 erhöhtes Risiko auf einen hämorrhagischen Insult. Ob das Risiko eine Folge der Vaskulopathie ist und ob es durch eine rechtzeitige antivirale Therapie der Herpes zoster vermeiden ließe, dürfte jetzt Gegenstand weiterer Studien sein.

© rme/aerzteblatt.de

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