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Medizin

H1N1: Chinesischer Impfstoff schützt auch ohne Adjuvans

Freitag, 23. Oktober 2009

Nanjing – Nicht nur US-amerikanische und europäische Konzerne haben in den letzten Monaten Impfstoffe gegen die pandemische Influenza A /H1N1 hergestellt. Auch eine chinesische Firma hat eine Vakzine im Angebot, die nach den im New England Journal of Medicine (NEJM 200; doi 10.1056/NEJMoa0908535) publizierten Ergebnissen eine auszeichnete Schutzwirkung erzielt.

Der Impfstoff der Firma Hualan (ansässig in der 5,5-Millionenstadt Xinxiang im Norden der chinesischen Provinz Henan) wurde auf konventionelle Weise in Hühnerembryonen hergestellt. Ausgangspunkt war das gleiche Pandemievirus, das die US-Centers for Disease Control and Prevention auch den europäischen und amerikanischen Herstellern zur Verfügung gestellt hatten.

Es wurde von einer, wie die Publikation betont, industrieunabhängigen Forschergruppe um Feng-Cai Zhu vom Center for Vaccine Clinical Trials in Nanjing (Hauptstadt und Metropole der Provinz Jiangsu) an 2200 Probanden getestet. Darunter waren auch 550 Jugendliche (12 bis 17 Jahre) und Kinder (3 bis 11 Jahre).

Die Immunogenität war erstaunlich hoch. Bei den Kindern wurde bereits nach der ersten von zwei Impfungen mit der niedrigen Dosierung von 15µg bei 74,5 Prozent ein Antikörpertiter von 1:40 oder besser erzielt, der allgemein als protektiv angesehen wird, also vor einer Erkrankung schützen sollte.

Bei den Jugendlichen betrug die Schutzwirkung nach der ersten Impfung in der niedrigen Dosierung sogar 97,1 Prozent und selbst bei den Impflingen im Alter von 61 Jahren oder höher wären 79,1 Prozent durch die Einmalgabe geschützt.

Nach der zweiten Impfung, die angesichts dieser Ergebnisse, nicht erforderlich scheint, konnte die Wirkung weiter gesteigert werden. Die erwähnten Zahlen betreffen einen Impfstoff ohne Adjuvans. Getestet wurde der gleiche Impfstoff auch mit Zusatz von Aluminium-Salzen, was die Ergebnisse aber nicht weiter verbesserte.

Die Immunogenität übertrifft die bisher von westlichen Firmen publizierten Werte, sofern ein Vergleich über die Studiengrenzen überhaupt möglich ist (von den unterschiedlichen kulturellen Gepflogenheiten einmal ganz angesehen). Die Verträglichkeit wird von Zhu und Mitarbeitern als gut beschrieben.

Die Inzidenz von Grad-3-Reaktionen betrug in den einzelnen Altersgruppen zwischen 0,0 und 1,8 Prozent. Nur einen einzigen schweren Zwischenfall (eine Hospitalisierung wegen Vorhofflimmern am Tag nach der Impfung) habe es gegeben – im Placebo-Arm. Schmerzhafte Lokalreaktionen an der Injektionsstelle sind bei 10,5 bis 26,7 Prozent der Teilnehme aufgetreten, wobei sicherlich offenbleiben muss, ob Chinesen hier empfindlicher oder indolenter als Menschen aus anderen Kulturen sind. © rme/aerzteblatt.de

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