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Medizin

Erhöhtes Krebsrisiko von Holocaust-Überlebenden

Dienstag, 27. Oktober 2009

Haifa – Juden, die erst nach dem zweiten Weltkrieg nach Israel kamen, erkrankten einer Studie im Journal of the National Cancer Institute (JNCI 2009: doi: 10.1093/jnci/djp327) zufolge im späteren Leben häufiger an Krebs als Juden, die durch eine frühzeitige Emigration dem 2. Weltkrieg und dem Holocaust entkamen.

Körperliche und psychische Misshandlungen, vor allem aber der extreme Hunger in Ghetto und Konzentrationslager haben lebenslange Spuren in der Gesundheit der Überlebenden hinterlassen. Zu den bisher nicht bekannten Folgen zählt ein erhöhtes Krebsrisiko, das Lital Keinan-Boker von der Universität Haifa durch eine Analyse des israelischen Krebsregisters belegt.

Zwar war es der Forscherin nicht möglich, jene Personen, die in Ghetto oder Konzentrationslagern oft jahrelang Hunger litten, von denen zu trennen, die den Weltkrieg unter glücklicheren Umständen in Europa überlebten. Ihr Anteil an den Immigranten dürfte jedoch signifikant gewesen sein.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Geburtsjahrgänge 1940 bis 1945 im Verlauf des späteren Lebens 3,5-fach (Männer) oder 2,33-fach (Frauen) häufiger ab Krebs erkrankten als Gleichaltrige, die in Israel geboren wurden.

Bei den Frauen war vor allem das Brustkrebsrisiko erhöht: Exponierte Frauen der Geburtsjahrgänge 1940 bis 1945 erkrankten nach den Berechnungen der Forscherin 2,44-fach häufiger. Für Jahrgänge 1935 bis 1939 ermittelt die Forscherin ein um 75 Prozent (Männer) und zu 93 Prozent (Frauen) erhöhtes Darmkrebsrisiko.

In Ghetto und Konzentrationslager war die Kalorienzufuhr auf 220 bis 800 Kilokalorien reduziert. Etwas günstiger war die Versorgungslage der niederländischen Bevölkerung im Hungerwinter 1944/45, als infolge der deutschen Blockade die tägliche Kalorienzufuhr allmählich von 1500 auf unter 700 Kilokalorien zurückging. Eine Folge war ein Anstieg des Krebsrisikos bei Frauen um 25 Prozent, das überwiegend auf Brustkrebserkrankungen zurückzuführen war (Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2005; 14:1981-5). © rme/aerzteblatt.de

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