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Medizin

Down-Syndrom: Screening gleicht Anstieg durch höheres Alter der Mütter aus

Dienstag, 27. Oktober 2009

London – Da Frauen in immer höherem Lebensalter gebären, steigt die Inzidenz des Down-Syndroms. Die Zahl der geborenen Kinder mit Trisomie 21 ist einer Publikation im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b3794) zufolge in England und Wales jedoch leicht zurückgegangen, da das Pränatal-Screening mehr Fälle bei jüngeren Frauen entdeckt.

Das National Down Syndrome Cytogenetic Register in London registriert seit 1989 die Ergebnisse aller Untersuchungen auf Down-Syndrom, die im Rahmen der Pränataldiagnostik oder nach der Geburt von Kindern mit vermutetem Down Syndrom durchgeführt werden.

Joan Morris vom Queen Mary Hospital in London konnte deshalb die Auswirkungen des verbesserten Früherkennung untersuchen: Seit 2001 wird allen Frauen ein Screening empfohlen, das aus einem Bluttest und einer Ultraschalluntersuchung besteht. Vom Ergebnis hängt ab, ob der Schwangeren zu einer Fruchtwasserpunktion geraten wird, mit der die Diagnose eines Down-Syndroms gesichert wird.

Zuvor war nur Frauen ab dem 37. Lebensjahr zu einer Fruchtwasserpunktion geraten worden. Damals wurde bei jüngeren Frauen ein Down-Syndrom zu etwa 90 Prozent erst bei der Geburt erkannt. Bei den älteren Frauen betrug der Anteil etwa 30 Prozent. Er hat sich hier seit der Einführung des vorgeschalteten Screenings nicht verändert, während bei den jüngeren Frauen heute etwa die Hälfte der Down-Syndrome vor der Geburt erkannt werden.

In England und Wales entscheiden sich mehr als 90 Prozent der Frauen nach der Diagnose eines Downs-Syndroms für einen Schwangerschaftsabbruch. Hinzu kommen noch einige Fehl- oder Totgeburten, sodass der Anteil der Lebendgeburten an allen pränatal bekannten Fällen mit Down-Syndrom bei 5,8 Prozent liegt. Hieran hat sich seit Einführung des Screenings nichts geändert.

Durch das Screening ist jedoch die Zahl der pränatal erkannten Down-Syndrome um 71 Prozent gestiegen. Die Zahl der Geburten mit Down-Syndrom ist jedoch nicht im gleichen Maße zurückgegangen. Die Inzidenz sank lediglich um 1 Prozent: Auf Tausend Geburten kommen jetzt 1,08 Kinder mit Down-Syndrom gegenüber 1,10 zehn Jahre zuvor.

Dies führt Morris auf den Anstieg des Mütteralters zurück. Wie in den meisten westlichen Ländern entscheiden sich die Frauen immer später für ein Kind. Das mittlere Alter der Schwangeren liegt bei über 30 Jahren.

Damit steigt der Anteil der Frauen, die aufgrund ihres Alters bei der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko auf ein Kind mit Down-Syndrom haben. Die Wahrscheinlichkeit ist bei einer 40-Jährigen sechzehn Mal höher als bei einer 25-Jährigen. Ohne die Einführung des Screenings wäre deshalb die Zahl der Kinder, die mit Down-Syndrom geboren wurden deutlich gestiegen.

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© rme/aerzteblatt.de

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