NewsMedizinMigräne mit Aura erhöht Schlaganfallrisiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Migräne mit Aura erhöht Schlaganfallrisiko

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Boston – Migräne-Patienten, bei denen dem Kopfschmerz eine Aura vorausgeht, haben ein zweifach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Besonders gefährdet sind nach einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt BMJ (2009; 339: b3914) jüngere Frauen, die rauchen und östrogenhaltige Kontrazeptiva einnehmen.

Die Erkenntnis, dass die Migräne das Risiko auf einen ischämischen Schlaganfall erhöht, ist nicht neu. In der letzten, fast fünf Jahre zurückliegenden Meta-Analyse (BMJ 2005; doi: 10.1136/bmj.38302.504063.8F) war bereits ein um den Faktor 2,27 erhöhtes Risiko bei Patienten mit Aura ermittelt worden.

Damals schien auch die Mehrzahl der Migräne-Patienten, die keine Aura kennt, gefährdet. Dies konnte in mehreren seither publizierten Studien jedoch nicht reproduziert werden. In der aktuellen Zusammenfassung der Studienlage kommen Markus Schürks vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Mitarbeiter zu dem Ergebnis, dass nur Patienten mit Aura gefährdet sind.

Die Autoren errechnen ein relatives Risiko von 2,16 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,53-3,03). Für Migränepatienten ohne Aura verfehlt das relative Risiko von 1,23 (0,90-1,69) das Signifikanzniveau. Da die Migräne typischerweise eine Erkrankung junger Menschen ist und Schlaganfälle in der Regel erst in höherem Alter auftreten, müssen sich die Patienten nicht zu sehr ängstigen. Das absolute Risiko, das die Autoren in der Studie nicht berechnet haben, dürfte gering sein.

Anzeige

Die Studie ermittelte noch weitere Risikofaktoren. Dazu gehört ein weibliches Geschlecht, Rauchen und die Einnahme von oralen Kontrazeptiva. Kommen diese drei Risikofaktoren und eine Migräne mit Aura zusammen, ist nach den Angaben in Tabelle 4 der Publikation das Schlaganfallrisiko um den Faktor 10 erhöht (allerdings mit einem weiten 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,4 bis 73,7, der eine gewisse Unsicherheit signalisieren mag). Die Autoren raten jungen Patientinnen (das Alter unter 45 Jahren ist ein weiterer Risikofaktor) dringend das Rauchen aufzugeben und sich eine Alternative zur oralen Kontrazeption zu überlegen.

© rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Juni 2020
Minneapolis/Davis – Migräne steht in keinem direkten Zusammenhang mit der Entwicklung einer Demenz. Das berichten Wissenschaftler der University of California und anderer Hochschulen in der
Studie findet keinen Zusammenhang zwischen Migräne und Demenz
28. April 2020
Berlin – Zweifel an den aufsehenerregenden Ergebnissen einer Akupunktur-Studie mit knapp 150 Patienten, die Ende März im British Medical Journal erschienen ist, hat die Deutsche Gesellschaft für
Neurologen melden Zweifel an chinesischer Akupunktur-Studie zu Migräne an
7. April 2020
Wuhan − Eine manuelle Akupunktur, die durch die Manipulation der Nadeln ein „Qi“-Gefühl erzeugen soll, hat in einer randomisierten Studie die Zahl der monatlichen Migräneattacken und -tage
Migräne: Manuelle Akupunktur senkt in Studie die Zahl der Anfälle
11. Februar 2020
Boston – Obwohl die Migräne zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen gehört und Experten den betroffenen Patienten zu einer medikamentösen Prophylaxe raten, ist deren
Meta-Analyse: Migräne-Prophylaxe bei Kindern ohne belegte Wirksamkeit
13. Dezember 2019
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft haben Handlungsempfehlungen für den Umgang mit den neuen Antikörpern zur Migräneprophylaxe
So funktioniert die Prophylaxe mit den neuen Migräne-Antikörpern
21. November 2019
New York – Der CGRP-Antagonist Ubrogepant, der die blutgefäßerweiternden Eigenschaften des „Calcitonin Gene-Related Peptide“ (CGRP) aufhebt, hat in einer Phase 3-Studie im amerikanischen Ärzteblatt
Migräne: CGRP-Antagonist Ubrogepant stoppt Kopfschmerzattacken
14. Oktober 2019
Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat mit dem Serotonin-Agonisten Lasmiditan ein neues Medikament zur Behandlung von Migräneattacken bei Erwachsenen zugelassen. Lasmiditan darf anders als
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER