Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Schweizer Sterbehilfe-Organisationen müssen mit Verbot rechnen

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Genf – Den Schweizer Sterbehilfe-Organisationen, deren Dienste zum Teil auch von Sterbewilligen aus dem Ausland in Anspruch genommen werden, droht ein Verbot. Die Regierung in Bern beschloss am Mittwoch, in den kommenden fünf Monaten über die Möglichkeit zu beraten, Sterbehilfe-Organisationen zu untersagen. Als zweite Option prüft der Bundesrat, die Aktivitäten der Sterbehilfe-Vereine stärker zu reglementieren.

Einzelpersonen sollen allerdings in jedem Fall das Recht behalten, anderen beim Selbstmord zu helfen. Schließlich geschehe dies nicht "aus einem egoistischen Motiv", hieß es zur Begründung in einer Erklärung der Regierung.

Den Sterbehilfe-Organisationen warf der Bundesrat hingegen vor, dass sie "mehr und mehr den rechtlichen Rahmen überschreiten und sich manchmal den vom Staat eingerichteten Kontrollmechanismen entziehen".

"Es geht darum zu verhindern, dass die organisierte Hilfe beim Selbstmord sich nicht in eine profitorientierte Tätigkeit verwandelt", hob die Regierung hervor. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nur todkranke Menschen Hilfe beim Selbstmord bekämen und nicht chronisch oder psychisch Kranke.

In der Schweiz bieten vor allem die Organisationen Dignitas und Exit Sterbehilfe an. Dignitas steht oft in der Kritik, weil die Organisation auch Ausländern, die nicht in der Schweiz leben, ihren Todeswunsch erfüllt. Beide Organisationen kritisierten das Projekt der Regierung.

Wer die Sterbehilfe unterdrücke, sorge dafür, dass die Beroffenen "als alleingelassene Selbstmörder auf Eisenbahnstrecken oder auf hohen Brücken" landeten, erklärte Dignitas. Exit kritisierte, mit der Initiative werde das Recht auf Selbstbestimmung aufgehoben. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18.05.17
Staatliche Suizidbeihilfe: BfArM und BMG prüfen Urteilsbegründung des Bundesverwaltungs­gerichts
Leipzig – Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Anfang März entschieden (Az.: BVerwG 3 C 19.15), dass der Staat Patienten in extremen Ausnahmefällen den Zugang zu einem tödlichen Medikament......
15.05.17
Berlin – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird sich bald mit Anträgen sterbewilliger Patienten befassen müssen, die von der Behörde die Abgabe tödlicher Medikamente......
03.05.17
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat mehr Kreativität gefordert, um Lücken bei der medizinischen Versorgung auf dem Land zu schließen. „Wir brauchen......
13.04.17
Den Haag – Mehr als 6.000 Menschen sind in den Niederlanden 2016 durch aktive Sterbehilfe gestorben. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht der zuständigen......
12.04.17
London – Ein Gericht in Großbritannien hat gegen den Willen der Eltern einen Behandlungsstopp für ein todkrankes Baby angeordnet. Das Gericht folgte damit gestern einem Antrag der Ärzte des......
07.04.17
Berlin – Einen Monat nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Suizidbeihilfe wartet einem Medienbericht zufolge bereits ein Dutzend Schwerkranker auf Abgabe eines tödlichen Medikaments durch......
31.03.17
London – Englands High Court hat gestern das Gesuch eines todkranken Briten abgelehnt, der vor dem Hohen Gericht in London eine Gesetzesänderung bei der Sterbehilfe erstreiten wollte. Das Parlament......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige