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Medizin

Low-Level-Laser-Therapie lindert Nackenschmerzen

Freitag, 13. November 2009

Sydney – Die Behandlung mit niederenergetischen Laserstrahlen (Low-Level-Laser Therapie, LLLT) wurde bisher von der Schulmedizin sehr skeptisch betrachtet. Eine Meta-Analyse im Lancet (2009: doi: 10.1016/S0140-6736(09)61522-1) schreibt ihr jetzt jedoch eine durch Studien belegte Wirksamkeit zu.

Die Energie des LLLT liegt unterhalb der Schwelle, mit der sichtbare Veränderungen im Gewebe ausgelöst werden. In der Alternativmedizin erfreut sich der sogenannte Softlaser jedoch großer Beliebtheit. Die Anwender schreiben der LLLT durchblutungsfördernde und antientzündliche Wirkungen zu.

Anhänger der traditionellen chinesischen Medizin setzen die Geräte auch zur Akupunktur ein. Skeptiker verhöhnen die Therapie als Laser-Pointer-Medizin. Cochrane-Übersichten zur Therapie von Rückenschmerz oder rheumatoider Arthritis fanden bisher keine Wirkungsbelege. Deshalb darf sich die jetzt von Roberta Chow vom Mind Research Institute aus Sydney und Mitarbeitern vorgestellte Meta-Analyse der Aufmerksamkeit der Fachwelt gewiss sein.

Die Forschergruppe hat die Ergebnisse von 16 randomisierten kontrollierten Studien mit 820 Teilnehmern zur Behandlung von chronischen Nackenschmerzen verglichen. Der Kommentator Jaime Guzman von der Universität Vancouver bestätigt dem Team, dass es die Übersicht den geltenden methodologischen Standards entsprechend sauber durchgeführt haben (Lancet 2009; doi:10.1016/S0140-6736(09)61837-7). Auch ein Funnel-Plot, der eine selektive Publikation von positiven Studien aufdecken soll, ist vorhanden. Eine Schieflage der Ergebnisse ist nach Einschätzung von Guzman nicht erkennbar.

In der Studie kommt heraus, dass sich die Nackenschmerzen unter einer Lasertherapie zu 69 Prozent häufiger bessern als unter Placebo (Relatives Risiko RR 1,69; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,22-2,33). In fünf Studien, in denen die Besserung kategorisch erfasst wurde, war die Lasertherapie vierfach häufiger wirksam (RR 4,05; 2,74-5,98).

In den anderen elf Studien wurde die Schmerzlinderung mit visuellen Analogskalen gemessen. Der Vorteil der LLLT betrug 19,86 mm (10,04 mm - 29,68 mm), was durchaus ein klinisch relevanter Unterschied ist. Und nach den Ergebnissen einer Studie hielt die Wirkung bis zu 22 Wochen an.

Ob die Meta-Analyse die Skeptiker zu überzeugen vermag, bleibt abzuwarten. Immerhin scheint es eine Reihe von In-vitro-Versuchen und tierexperimentellen Befunden zu geben, die eine Wirkung plausibel machen. Letzte Klärung könnte wohl nur eine größere Einzelstudie bringen, deren Methodik auch außerhalb von Meta-Analytikerkreisen nachvollziehbar ist. © rme/aerzteblatt.de

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