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Veröffentlichungs­pflicht für alle klinischen Studien gefordert

Dienstag, 24. November 2009

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) fordert, dass die Ergebnisse aller klinischen Studien verpflichtend registriert und publiziert werden. Die Bundesregierung solle sich für eine verbindliche Regelung auf EU-Ebene einsetzen.

Anlass für die Forderung ist die Publikation des Abschlussberichts zu drei Antidepressiva. Der Hersteller Pfizer hatte sich laut IQWiG über lange Zeit geweigert, Studieninformationen zur Verfügung zu stellen. Erst unter öffentlichem Druck hätte Pfizer die Daten schließlich offen gelegt.

„Durch das Verschweigen von vorhandenen Studiendaten nimmt der Hersteller Patienten und Ärzten die Möglichkeit, sich informiert zwischen verschiedenen Therapieoptionen zu entscheiden", erklärt IQWiG-Leiter Peter Sawicki. Insbesondere negative Studien, in denen beispielsweise ein Medikament nicht das erhoffte Ergebnis gebracht oder sich sogar als wirkungslos erwiesen hat, würden erst Jahre später oder gar nicht veröffentlicht.

„Das hat zur Folge, dass Patienten und Ärzte allein auf Basis der veröffentlichten Berichte ein geschöntes Bild der Effekte erhalten“, so Sawicki. Diese Tendenz sei eine der wichtigsten und tückischsten Fehlerquellen in der Medizin.

Laut IQWiG reichen die bisherigen Gegenmaßnahmen, die in Deutschland und Europa vor allem auf freiwillige Lösungen setzen, nicht aus. Das IQWiG fordert deshalb eine an enge Fristen gebundene EU-weite Regelung, die Hersteller verpflichtet, die Ergebnisse klinischer Studien zu veröffentlichen. Wichtig sei dabei, dass die Regelung rückwirkend auch für bereits zugelassene Medikamente gelte. © hil/aerzteblatt.de

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