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Politik

Sozialverband VdK rechnet mit weiter steigender Armut

Dienstag, 1. Dezember 2009

Osnabrück – Der Sozialverband VdK wertet die unverändert hohe Zahl der Menschen, die von staatlicher Hilfe abhängig sind, als Alarmzeichen. Die Armut verfestige sich und werde wahrscheinlich sogar noch steigen, sagte VdK-Präsident Ulrike Mascher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Dienstag. Sie begründete dies mit der Wirtschaftskrise, die sich mehr und mehr in der Statistik niederschlagen werde.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war im Jahr 2007 jeder zehnte Bundesbürger auf soziale Mindestsicherung angewiesen. Da 2007 ein wirtschaftlich vergleichsweise gutes Jahr gewesen sei, erwarte sie für das Krisenjahr 2009 und für 2010 noch deutlich höhere Zahlen Hilfe bedürftiger Menschen, sagte Mascher.

Die VdK-Präsidentin forderte mehr ordentlich bezahlte Arbeit, einen wirksamen Kampf gegen Altersarmut sowie eine Anhebung der Regelsätze für Arbeitslosengeld II und des daran orientierten Sozialgeldes für Kinder. Gegenwärtig beträgt der Regelsatz 359 Euro im Monat. Nach den Worten Maschers wären 420 Euro angemessen. Für Kinder gibt es nach Alter gestaffelt zwischen 215 und 287 Euro. „Das reicht nicht aus, um ein Kind ordentlich zu ernähren und auszustatten“, kritisierte Mascher.

Scharf kritisierte Mascher auch die Pläne der schwarz-gelben Koalition, die Beiträge der Arbeitgeber zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bei sieben Prozent des Lohns einzufrieren. Steigende Kosten im Gesundheitswesen gingen damit allein zulasten der Versicherten. Da es ähnliche Pläne auch für die Rentner gebe - hier zahlt die gesetzliche Rentenversicherung den Sieben-Pozent-Anteil -, drohe eine Verschärfung der Altersarmut, sagte die VdK-Präsidentin. © ddp/aerzteblatt.de

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