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Politik

Nur 15 Prozent der Ärzte gegen Schweinegrippe geimpft

Montag, 7. Dezember 2009

Berlin – Sechs Wochen nach Beginn der Schweine­grippe­impfung in Deutschland ist die Impf­bereitschaft in der Bevölkerung und beim medizinischen Personal gering. Laut Bundes­gesundheits­minister Philipp Rösler (FDP) haben sich 15 Prozent der Ärzteschaft und schätzungs­weise fünf Prozent der Bevölkerung gegen die Neue Grippe impfen lassen.

Wie der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, sagte, wurden bislang fünf bis sechs Millionen Dosen verimpft. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin zufolge wurden bisher rund 190.000 Schweinegrippe-Infizierte in Deutschland gemeldet. 86 Menschen seien gestorben. Etwa 85 Prozent der Toten wiesen Vorerkrankungen auf, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker.

Rösler riet erneut zum Impfen. Auch wenn der Scheitelpunkt der aktuellen Welle offenbar überschritten sei, dürfe die Gefahr der Krankheit nicht verharmlost werden, sagte Rösler am Montag nach dem zweiten Impfgipfel mit Vertretern der Krankenkassen und der Ärzteschaft in Berlin.

Der Hauptgeschäftsführer der Bundes­ärzte­kammer, Christoph Fuchs, kritisierte die fehlende Impfbereitschaft beim medizinischen Personal. Dies gefährde nicht nur die Ärzte selbst, sondern auch die Patienten, sagte er. Es gebe eine „überraschend hohes Maß an Unsicherheit nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch beim medizinischen und Pflegepersonal.“ Er räumte in diesem Zusammenhang „ernsthafte Kommunikationsprobleme“ vor Beginn der Impfung ein.

Carl-Heinz Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), warnte vor einer zweiten Ansteckungswelle im Januar.  Die KBV fordert deshalb alle Bürger auf, sich – falls noch nicht geschehen – impfen zu lassen. Das gleiche gilt auch für die Ärztinnen und Ärzte in den Praxen. „Sie und ihr medizinisches Fachpersonal sollten sich ebenfalls impfen lassen.“

In Süddeutschland gehe die Zahl der Infektionsfälle zurück, jedoch im Osten, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, würden steigende Fallzahlen gemeldet, fügte Hacker hinzu. Zudem könne es im Frühjahr eine weitere Welle der Neuen Grippe geben.

Hartmann sagte: „Bisher hat es durch das Impfen keinen einzigen Todesfall in Deutschland gegeben.“ Obwohl die Grippe wesentlich harmloser verlaufe als befürchtet, empfiehlt er eine Impfung auch bei Kindern ab dem sechsten Monat. © ddp/aerzteblatt.de

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