NewsMedizinAsthma: Fehlbildungen nach hoch dosierten inhalativen Steroiden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Asthma: Fehlbildungen nach hoch dosierten inhalativen Steroiden

Montag, 21. Dezember 2009

Montreal – Für den Einsatz von inhalativen Steroiden beim Asthma bronchiale gibt es derzeit keine Einschränkungen für Schwangere. Eine Kohortenstudie im Journal of Allergy and Clinical Immunology (2009; 124; 1229-1234.e4) dokumentiert jetzt hingegen ein erhöhtes Risiko von Fehlbildungen, wenn Schwangere in der Frühschwangerschaft sehr hohe Dosierungen anwenden.

Die Epidemiologin Lucis Blais von der Universität Montreal hat die Daten von 13.280 asthmakranken Frauen ausgewertet, die in den Jahren 1990 bis 2002 in Quebec entbunden haben. Durch den Abgleich mit drei administrativen Datenbanken konnte sie die Verordnungen von inhalativen Steroiden mit der Häufigkeit von Fehlbildungen in Beziehung setzen.

Dabei fällt zunächst eine allgemein hohe Rate von Fehlbildungen auf, die bei 9,5 Prozent aller Neugeborenen festgestellt wurden. Es fehlt allerdings eine Kontrollgruppe von Schwangeren ohne Asthma, sodass unklar bleibt, ob die Asthmakrankheit das Risiko von Fehlbildungen erhöht hat.

Auffällig ist jedoch, dass die Rate von Fehlbildungen bei den wenigen Frauen (154), die inhalative Steroide in einer hohen Dosis von mehr als 1.000 µg pro Tag angewendet hatten, mit 14,3 Prozent deutlich höher war als bei den asthmakranken Schwangeren, die keine inhalativen Steroide eingesetzt hatten.

Hier kamen 9,6 Prozent der Kinder mit Fehlbildungen zur Welt. Bei den 4.392 Frauen, die die inhalativen Steroide in einer Dosis von weniger als 1.000 µg/die angewendet hatten, waren es nur 9,0 Prozent, sodass die Autoren diese Dosis weiterhin als unbedenklich einstufen.

Bei einer Exposition von mehr als 1.000 µg am Tag war das Risiko jedoch signifikant um 63 Prozent erhöht (adjustierte Risk Ratio 1,63; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,02-2,60), wobei nicht auszuschließen ist, dass dieses Risiko Folge einer vermehrten Krankheitsaktivität ist, die den Einsatz größerer Mengen inhalativer Steroide notwendig macht. Die Autoren raten vorsichtshalber, die Dosis der inhalativen Steroide, wenn es der Krankheitsverlauf erlaubt, nach oben zu begrenzen. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

NEWSLETTER