Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Neuer Fall von Sterbehilfe in Großbritannien

Donnerstag, 21. Januar 2010

London – Ein neuer Fall von Sterbehilfe beschäftigt Großbritannien: Ein Londoner Strafgericht verurteilte eine Frau wegen Mordes an ihrem schwerbehinderten Sohn zu lebenslanger Haft. Wie die Online-Ausgabe des britischen „Guardian“ vom Donnerstag weiter berichtet, beharrte Frances Inglis (57) während der zweiwöchigen Verhandlung auf ihrer Unschuld, weil sie „aus Liebe“ gehandelt habe. 

Ihr 22-jähriger Sohn hatte bei einem Unfall im Juli 2007 einen Hirnschaden erlitten und war seitdem in einem Pflegeheim ans Bett gefesselt. Die Mutter habe nach eigenen Angaben sein Leiden beenden wollen, als sie ihm eine tödliche Dosis Heroin verabreichte, hieß es.

Der Vorsitzende Richter ermahnte Inglis dagegen, sie könne das Gesetz nicht einfach selbst in die Hand nehmen. Der älteste Sohn der Verurteilten forderte indes eine Revision der geltenden Rechtslage. 

Erst Ende September hatte der Leiter der britischen Anklagebehörde, Keir Starmer, neue Richtlinien zur Sterbehilfe verkündet. Sie sollen regeln, unter welchen Umständen Beihilfe zum Suizid in der Praxis strafrechtlich verfolgt wird. Danach machen sich Freunde und Familienmitglieder weiterhin strafbar, wenn sie nicht nachweislich aus Mitgefühl gehandelt haben.

Als weitere Kriterien bei der Entscheidung über juristische Folgen für Sterbehelfer werden unter anderem das Alter, Gesundheit und geistiger Zustand des Patienten genannt. Auch sei zu untersuchen, ob jemand finanziellen Vorteil aus dem Tod ziehe. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20.10.17
Erster australischer Bundesstaat erlaubt „Hilfe zum Suizid“
Melbourne – Als erster australischer Bundesstaat legalisiert Victoria die "Hilfe zum Suizid". Das Parlament in Melbourne stimmte am Freitag mit 47 zu 37 Stimmen einem Gesetz zu, wonach unheilbar......
16.10.17
68 Schwerkranke fordern Medikament zur Selbsttötung
Hamburg – Das Thema Sterbehilfe wird auch die neue Bundesregierung weiter beschäftigen: 68 Patienten hätten beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) einen Antrag zum Erwerb......
29.09.17
Mehrheit würde schwerstkranken Angehörigen beim Suizid helfen
Mainz – Die Mehrheit der Deutschen würde einer Umfrage zufolge schwerstkranken Angehörigen beim Suizid helfen. 53 Prozent würden solchen Angehörigen ein zum Tod führendes Medikament verschaffen, wie......
29.09.17
Erste Strafuntersuchung in Niederlanden nach Sterbehilfe
Den Haag – Zum ersten Mal wird ein Fall von aktiver Sterbehilfe in den Niederlanden von der Staatsanwaltschaft strafrechtlich untersucht. Das berichteten niederländische Medien heute. In dem Fall......
21.09.17
Richter billigt Stopp lebensverlängernder Maßnahmen bei Wachkomapatienten
London – Ein Gericht in Großbritannien hat entschieden, dass lebensverlängernde Maßnahmen bei Wachkoma-Patienten in Zukunft ohne gesonderte richterliche Erlaubnis eingestellt werden dürfen. Das......
31.08.17
Prozessbeginn um Sterbehilfe in Hamburg
Hamburg – Vor dem Landgericht Hamburg hat ein Prozess gegen einen Arzt des Vereins Sterbehilfe Deutschland begonnen. Dem 75 Jahre alten Mediziner wird Totschlag in zwei Fällen vorgeworfen. Das Gericht......
29.08.17
Landgericht Hamburg verhandelt über Beihilfe zum Suizid
Hamburg – Der Bundestag hat auch wegen des Vereins „Sterbehilfe Deutschland“ die Suizidbeihilfe neu geregelt. Ab Donnerstag befasst sich das Landgericht Hamburg mit den Praktiken des Vereins.......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige