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Medizin

Diarrhö: Antikörper verhindern C. difficile-Rezidive

Donnerstag, 21. Januar 2010

Worcester – Monoklonale Antikörper können offenbar Rückfälle von Durchfallerkrankungen durch den Erreger Clostridium difficile verhindern. In einer kontrollierten Studie im New England Journal of Medicine (2010: 362: 197-205) wurde die Rezidivrate durch eine einmalige Infusion um mehr als 70 Prozent gesenkt.

In den letzten Jahren ist es, bedingt durch einen neuen Stamm (Ribotyp 027), aber auch infolge eines unkritischen Einsatzes von Breitbandantibiotika zum Anstieg der Durchfallerkrankungen durch Clostridium difficile gekommen. Die Erkrankungen verlaufen nicht nur heftiger, es kommt auch häufiger zu Rezidiven.

Diese werden mit einer unzureichenden Immunität auf die beiden Toxine A und B des Erregers in Verbindung gebracht, den beiden wesentlichen Virulenzfaktoren. Die Gruppe um Deborah Molrine von der University of Massachusetts Medical School in Worcester hat jetzt untersucht, ob die Gabe von monoklonalen Antikörpern in der Lage ist, die Zahl der Rezidive zu senken.

In einer Phase-2-Studie erhielten 200 Patienten mit Diarrhö und nachgewiesener C. diffile-Infektion neben den Antibiotika zur Behandlung der Infektion eine Infusion mit den beiden Antikörpern oder mit Placebo.
 

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Die beiden Antikörper waren über Wochen im Körper nachweisbar (Halbwertzeit: 22 beziehungsweise 26 Tage) und sie erzielten eine nach Einschätzung der Editorialistin Lorraine Kyne vom University College in Dublin beeindruckende Wirkung: Während im Placebo-Arm 25 Prozent der Patienten ein Rezidiv erlitten, konnte die Rate durch die Antikörper auf 7 Prozent gesenkt werden.

Die Therapie wurde von den Patienten gut vertragen. Es scheint auch nicht zu einer Abwehrreaktion gegen die monoklonalen Antikörpern zu kommen, sodass die Therapie bei Bedarf sogar wiederholt werden könnte. Die Therapie ist auch im höheren Alter wirksam.

Das mittlere Alter der Studienteilnehmer war 65 Jahre. Dies könnte ein Vorteil gegenüber einem von Sanofi-Aventis entwickelten Impfstoff sein, der derzeit in der klinischen Prüfung ist. Impfstoffe setzen eine aktive Immunreaktion des Körpers voraus, die im hohen Alter häufig nicht mehr erreicht wird. Die Gabe der notwendigen Antibiotika könnte der direktere Weg sein.

© rme/aerzteblatt.de

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