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Medizin

Antidepressiva verbessern kognitive Leistungen nach Schlaganfall

Dienstag, 2. Februar 2010

Iowa City – Können Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wieder­aufnahme­hemmer (SSRI) die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten unterstützen? In einer kleinen randomisierten Studie in den Archives of General Psychiatry (2010; 67: 187-196) verbesserte Escitalopram die kognitiven Leistungen der Patienten.

Vor zwei Jahren hatte die Gruppe um Robert Robinson von der Universität in Iowa City in einer randomisierten Studie an 176 Patienten (JAMA 2008; 299: 2391-2400) zeigen können, dass die Behandlung mit Escitalopram bei einigen Schlaganfallpatienten einer Depression vorbeugen kann (Number Needed to Treat 7,2). Das war damals auch mit einer problemlösenden Therapie gelungen (Number Needed to Treat 9,1).
 

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In der aktuellen Studie wurden 129 Patienten auf eine Behandlung mit Escitalopram oder Placebo oder auf eine problemlösende Therapie randomisiert. Die Therapie wurde innerhalb der ersten drei Monate nach dem Schlaganfall begonnen. Das Ziel war dieses Mal nicht die Vermeidung von depressiven Symptomen, sondern eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten.

Ergebnisse der Grundlagenforschung hätten den Forschern zufolge gezeigt, dass Serotonin „neurotrophe“ Eigenschaften habe und die Bildung von Nervenverbindungen im Gehirn fördere. Tatsächlich registrierten die Mediziner eine Verbesserung in der „Repeatable Battery for the Assessment of Neuropsychological Status“ (RBANS), einer Gruppe von neuropsychiatrischen Tests.

Die Unterschiede waren im Gesamtscore und im Test zum Langzeitgedächtnis (einer von fünf Domänen) signifikant. Das Ausmaß der Verbesserung war allerdings gering (weniger als 10 Punkte auf der 120 Punkte-Skala), so dass der klinische Wert der SSRI-Therapie umstritten bleiben dürfte. Die Autoren selber betrachten die Ergebnisse als Anregung für die Durchführung einer größeren Studie.

© rme/aerzteblatt.de

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