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Medizin

Adipositas: Magenband verschlankt Teenager

Mittwoch, 10. Februar 2010

Melbourne – Die laparoskopische Anlage eines Magenbands hat in einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 519-526) die Gewichtsprobleme von morbide adipösen Jugendlichen auch langfristig besser gelöst als ein intensives Lifestyle-Training.

Über Wochen hatte sich ein persönlicher Trainer bemüht, 25 morbid adipösen Teenagern (BMI 40) eine gesündere Lebensweise nahezulegen. Sie wurden auf eine Reduktionsdiät (nach Alter und Gewicht zwischen 800 bis 2000 Kilokalorien pro Tag) gesetzt und sollten sich mehr bewegen (jeden Tag mindestens 10.000 Schritte mit dem Pedometer), doch vergeblich.

Nach zwei Jahren hatten die Teilnehmer gerade einmal 6,6 Pfund abgenommen. Das entspricht 3,1 Prozent des Körpergewichts und 13,2 Prozent des errechneten Übergewichts. Die Teilnehmer der zweiten Gruppe waren wesentlich erfolgreicher.

Sie verloren 76 Pfund an Gewicht, das entspricht 28,3 Prozent des Gesamtgewichts und 78,8 Prozent des errechneten Übergewichts. Bei diesen Teenagern hatte das Team um Paul O'Brien von der Monash University in Sydney eine Magenverkleinerung durchgeführt.

Das Magenband besserte auch die medizinischen Parameter: Zu Beginn hatten 9 Teilnehmer im Operationsarm der Studie (und 10 in der Lifestyle-Gruppe) ein metabolisches Syndrom (im Durchschnittsalter von 16 Jahren).
 

Nach 24 Monaten konnte diese Diagnose bei allen operierten Jugendlichen gestrichen werden. In der Lifestylegruppe dagegen hatten nach wie vor 4 von 18 Teenagern ein metabolisches Syndrom. Die anderen hatten sich aus der Studie verabschiedet.

O'Brien hofft deshalb, dass die Operation nicht nur die aktuelle Lebensqualität der Teenager verbessert, sondern sie langfristig vor chronischen Erkrankungen bewahrt. Dies ist allerdings nur eine Seite der Geschichte.

Die andere ist eine ungewöhnlich hohe Komplikationsrate. Unter sieben der 24 operierten Jugendlichen mussten 8 Nachoperationen durchgeführt werden – und dies, obwohl die Operationen an einem der weltweit führenden Zentren der bariatrischen Chirurgie durchgeführt wurde.

Das lässt den Editorialisten Edward Livingston vom Southwestern Medical Center in Dallas befürchten, dass die Operationen an kleineren Kliniken noch häufiger mit wiederholten Klinikaufenthalten für Revisionen verbunden sein könnten (JAMA 2010; 303: 559-560). Diese würden Teenagern, die einen weiteren Versuch auf eine grundlegende Änderung ihres Lebensstils versuchen, vorerst erspart bleiben. © rme/aerzteblatt.de

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