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Medizin

Migräne als Herz-Kreis­lauf-Risiko

Donnerstag, 11. Februar 2010

New York – Erst kürzlich hatte eine Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt gezeigt, dass Migräne-Patienten ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben. Eine Fall-Kontrollstudie in Neurology (2010; doi: 10.1212/WNL.0b013e3181d0cc8b) kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass die Patienten auch häufiger als andere an einem Herzinfarkt erkranken. Viele Patienten haben zudem vermehrt kardiovaskuläre Risikofaktoren.

Im Rahmen der American Migraine Prevalence and Prevention Study waren 6.102 Migräne-Patienten nach weiteren Krankheiten befragt worden. Immerhin 4,1 Prozent gaben an, schon einmal einen Herzinfarkt erlitten zu haben, während es in einer Vergleichsgruppe nur 1,9 Prozent waren.

Selbst nach Berücksichtigung anderer Faktoren ergibt dies ein mehr als zweifach erhöhtes Herzinfarktrisiko (Odds Ratio OR 2,2; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,7-2,8), wie die Gruppe um Richard Lipton vom Albert Einstein College of Medicine in New York berichtet. Migränepatienten mit Aura hatten sogar dreimal häufiger einen Herzinfarkt erlitten.

Auch Schlaganfälle (OR 1,5; 1,2-2,1) und eine Claudicatio intermittens (OR 2,69; 1,98-3,23) waren mit der Migräne assoziiert. Ebenso eine Reihe von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Hypertonie (OR 1,4; 1,3-1,6) und hohe Cholesterinwerte (OR 1,4; 1,3-1,5). Bei Migränepatienten wird auch häufiger ein Diabetes mellitus diagnostiziert (OR 1,4: 1,2-1,6).
 

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Diese Befunde stärken die vaskuläre Hypothese der Migräne. Sie vermutet die Ursache in einer gestörten Funktion des Endothels der Hirngefäße, deren Dilatation die Schmerzen auslöst. Eine endotheliale Dysfunktion ist auch die Ursache der Atherosklerose, die der gemeinsame Nenner von Schlaganfall, Herzinfarkt und anderen kardiovaskulären Erkrankungen ist.

Im Unterschied zu diesen ist die Migräne eine Erkrankung jüngerer Menschen. Das absolute Risiko, ein schweres Herzkreislaufereignis zu erleiden, ist für Migränepatienten deshalb gering. Der Kopfschmerz könnte allerdings ein Warnsignal sein, das den Patienten frühzeitig ein erhöhtes Gefährdungspotenzial anzeigt, betont Lipton.

© rme/aerzteblatt.de

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