Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Basistarif: Einigung mit Honorarverlusten

Montag, 15. Februar 2010

Berlin – Für privat Krankenversicherte, die nach dem Basistarif abgesichert sind, erhalten Ärztinnen und Ärzte vom1. April 2010 an weniger Geld als bisher. Laborleistungen werden demnach mit dem 0,9-fachen des Gebührensatzes der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vergütet, Leistungen der Abschnitte A, E und O mit dem 1,0-fachen, alle übrigen Leistungen mit dem 1,2-fachen Steigerungssatz.

Bisher lag die Spanne gemäß den Vorgaben in § 75 Absatz 3a SGB V zwischen 1,38 und 1,8. Um einer Schlichtung zuvorzukommen, einigten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rungen (PKV) im Einvernehmen mit den Beihilfeträgern auf diesen Kompromiss.

Dem Vernehmen nach sind beide Seiten mit dem Ergebnis zufrieden. Die KBV wehrte erfolgreich ab, die Vergütungsvorgaben für ärztliche Leistungen im Basistarif in weiten Bereichen auf den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) umzustellen, der für Mitglieder der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) gilt.

Damit ist eine formale Vereinheitlichung der beiden Gebührenordnungen erst einmal vom Tisch. Die Honorarverluste sind überschaubar, da bislang noch nicht einmal 15.000 Privatversicherte den Basistarif gewählt haben.

Um Werbestrategien der PKV für diesen Tarif zuvorzukommen, sieht die Einigung zudem vor, dass der Vertrag umgehend gekündigt werden kann, falls mehr als 100.000 Versicherte den Basistarif gewählt haben. Ansonsten gilt die Vereinbarung zunächst bis 31. Dezember 2012.

Mit dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung vom März 2007 wurden Unternehmen der privaten Kran­ken­ver­siche­rung verpflichtet, von Januar 2009 an einen branchenweit einheitlichen PKV-Basistarif anzubieten. Die Vertragsleistungen sollten in Art, Umfang und Höhe denen der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung vergleichbar sein. Einzelheiten zur Vergütung legte der Gesetzgeber ebenfalls fest.

Verhandlungen zwischen PKV und KBV mit dem Ziel, die vorgegebenen Steigerungssätze abzulösen, scheiterten bislang. Deshalb rief die PKV Ende 2009 das Schiedsamt an. © Rie/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

adonis
am Mittwoch, 17. Februar 2010, 11:15

@zweistein

Möglich. Bedeutet aber dann mit grosser Sicherheit, dass der Privatarzt den Patienten aufklären muss, dass er sich bei einem niedergelassenen KV Arzt billiger behandeln lassen kann. Ansonsten wird es wohl STreitereien geben.
Die grosse Gefahr ist doch aber, dass es nun einen Billigtarif gibt und die Privatärzte wohl kaum erklären können, warum sie wesentlich teurer arbeiten. Der nächste Schritt ist dann, dass die GOÄ dem EBM mit seinen Centbeträgen angepasst wird. In jedem Fall wäre die deutsche Ärzteschaft bestens bedient jetzt auf die Barrikaden zu gehen.
Dass die KV dies wiedermal als Sieg verkauft ist symptomatisch. Man hat schon in den 90zigern angeblich grösseres ûbel verhindert. Mit desaströsem Erfolg. Auch die GOÄ von 1996 war letztlich ein Fehlschlag und eine massive Verschlechterung gegenüber der von 1988.
Mir kann es Wurst sein, da ich meine Konsequenzen gezogen haben. Es tut mir aber leid für die Kollegen, die mit grosser Kompetenz Tag für Tag sich um ihre Patienten aufopfern und dann am Ende nicht adäquat entlohnt werden. ( Und Bescheissereien sind keine Lösung)
zweistein
am Mittwoch, 17. Februar 2010, 10:25

@adonis

Nun irren Sie sich. Ein versicherter im Basistarif hat keinen Anspruch auf einen Behandlung durch einen Privatarzt. Nur der zugelassene Kassenarzt muss sich an die Vereinbarung halten.
adonis
am Mittwoch, 17. Februar 2010, 09:28

@Bretscher

Da irren sie sich aber gewaltig. Auch als Privatarzt sind Sie an die Vereinbarung gebunden. Ob Sie den Patienten jedoch behandeln, ist natürlich Ihre Sache. Aber ich denke Sie werden eine Menge Ärger bekommen, wenn Sie ihm dem Faktor 2,3 oder höher aufdrücken.
Und so oder so: Es ist eine Sauerei!!!
Bretscher
am Dienstag, 16. Februar 2010, 21:26

Die Sondervereinbarung

der KVB mit der PVK mag für niedergelassen Ärzte im Bereich der KV verbindich sein, für Krankenhausärzte und private Praxen hat sie wohl keine Bedeutung. Deshalb werden Privatversicherer wohl versuchen, so auch in die Sprechstunden der Kliniken und eventuell noch in den stationären Bereich zu infiltrieren.
Bretscher
am Dienstag, 16. Februar 2010, 21:25

Die Sondervereinbarung

der KVB mit der PVK mag für niedergelassen Ärzte im Bereich der KV verbindich sein, für Krankenhausärzte und private Praxen hat sie wohl keine Bedeutung. Deshalb werden Privatversicherer wohl versuchen, so auch in die Sprechstunden der Kliniken und eventuell noch in den stationären Bereich zu infiltrieren.
adonis
am Dienstag, 16. Februar 2010, 15:36

Museumsreife GOÄ

und wenn ich mich nicht ganz irre, ist die GOÄ auch noch von 1996. Damit hätte sie einen Platz auf der Museuminsel in Berlin in der Abteilung prähistorische Geschichte verdient.
Ach wie wäre es schön,wenn man seine Brötchen noch zum Preis von 1996 kaufen könnte.
adonis
am Dienstag, 16. Februar 2010, 09:19

Auch dies ist wieder ein Beispiel dafür,

dass man sich nicht mehr niederlassen sollte. Und jeder der es heute noch tut, dem ist einfach nicht zu helfen. Es ist schon eine grosse Verlogenheit, die hinter diesem steht. Sowohl bei den Ärztefunktionären, die sich wiedermal über den Tisch haben ziehen lassen und auch bei den Trägern, die dem doofen Niedergelassenen wiedermal alles aufgedrückt haben. Ich bin froh vor 5 Jahren diesen Unsinn beendet zu haben und jede dieser Meldungen bestärken mich darin die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Nachrichten zum Thema

19.02.18
Private Kranken­versicherung: Zahl der Verträge leicht rückläufig
Berlin – Die Zahl der Einzel- und Gruppenversicherungen in der privaten Krankheitskostenvollversicherung (PKV) ist seit 2010 leicht gesunken. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine......
24.01.18
Linke im Bundestag fragen erneut nach Lage der privaten Kran­ken­ver­siche­rung
Berlin – Wie es derzeit in Deutschland um die private Kran­ken­ver­siche­rung bestellt ist, will die Linksfraktion im Bundestag erneut von der Bundesregierung wissen. Die Fraktion hatte bereits in der......
20.12.17
Privatärztliche Verrechnungsstellen warnen vor einheitlicher Gebührenordnung
Berlin – Der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS Verband) warnt eindringlich vor Überlegungen, die heute geltenden Gebührenordnungen für ambulante ärztliche Leistungen in der......
07.12.17
Streit um Beihilfe in Baden-Württemberg
Ludwigsburg – Zwischen der neu gewählten Spitze des Beamtenbundes und der grün-schwarzen Landesregierung in Baden-Württemberg bahnt sich ein Streit um die Beihilfe für die Staatsdiener an. Die......
24.11.17
Beihilfe zahlt keine rezeptfreien Arzneimittel
Leipzig – Wie die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung muss auch die staatliche Beihilfe für Beamte keine nicht verschreibungspflichtigen Medikamente bezahlen. Ihr genereller Ausschluss ist rechtlich nicht......
17.10.17
Finanztest: Pflegezusatz­versicherung nicht für alle sinnvoll
Berlin – Eine Pflegezusatzversicherung ist laut Stiftung Warentest nicht für alle Menschen sinnvoll. Sie lohne sich nur für den, der langfristig ein sicheres und ausreichend hohes Einkommen habe, so......
08.09.17
Ärzte erhalten mehr Geld für Behandlung von Arbeits- und Wegeunfällen
Berlin – Ärzte, die Leistungen und Kosten mit den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern abrechnen, erhalten ab Oktober mehr Geld. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sowie Deutsche Gesetzliche......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige