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Klare Regeln bei Therapie der Makuladegeneration gefordert

Dienstag, 16. Februar 2010

München – Ein transparentes, bundeseinheitliches Vorgehen der Kassen bei der Therapie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) haben die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und die Retinologische Gesellschaft (RG) gefordert. Arzneimittelrechtlich zugelassen für die Behandlung ist im Augenblick das Medikament Lucentis®, während das für die Behandlung der AMD nicht zugelassene Avastin® off-label eingesetzt wird.

Mit dem für die AMD-Therapie entwickelten Lucentis® und dem ursprünglich gegen Darmkrebs entwickelten Avastin® stehen heute zwei wirksame Medikamente zur Verfügung. Deren jeweilige Wirkstoffe – Ranibizumab und Bevacizumab – sind chemisch eng verwandt, ihre Wirkweisen ähnlich: In den Augapfel eingebracht hemmen sie einen Botenstoff, der bei der Erkrankung eine wesentliche Rolle spielt: den sogenannten Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF). Unbehandelt führt die vermehrte Bildung von VEGF dazu, dass undichte Blutgefäße in die Netzhaut einwachsen und die Sehzellen zerstören.

Ranibizumab und Bevacizumab halten den Verlust der Sehkraft bei der Mehrzahl der Patienten mit feuchter AMD wirksam auf, erläutern DOG und RG in einer Stellungnahme. „Bei etwa einem Drittel der Patienten kommt es sogar zu einer Verbesserung“, sagt Peter Wiedemann, Vizepräsident der DOG und Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Leipzig.
 

Avastin® ist für die AMD-Therapie arzneimittelrechtlich nicht zugelassen, weshalb es Ärzte nur im „off-label use” außerhalb der eigentlichen Zulassung einsetzen können. Dies ist aus arzneimittelrechtlicher Sicht gerade bei Verfügbarkeit eines zugelassenen Präparats nicht unproblematisch und birgt für den behandelnden Arzt Haftungsrisiken. Einige Kassen unterstützen die Anwendung des günstigeren Off-label-Präparats sogar mit attraktiveren Arzthonoraren.

„Ein freier Zugang zu wissenschaftlich geprüften Medikamenten muss auch bei Hinweis auf Behandlungsalternativen gewährleistet werden, andernfalls wird das System dem hohen Gut der Arzneimittelsicherheit und der evidenzbasierten Medizin nicht gerecht“, sagt Frank G. Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik aus Bonn.

Laut DOG ist die altersabhängige Makuladegeneration die häufigste Ursache für Sehbehinderung und Blindheit: Allein in Deutschland sind etwa 4,5 Millionen Menschen davon betroffen. An der besonders gefährlichen „feuchten” Form erkranken jedes Jahr 50.000 Menschen.

© hil/aerzteblatt.de

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