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Politik

Arzneimittel: Bessere Therapietreue durch gute Aufklärung

Mittwoch, 17. Februar 2010

Berlin – Je besser Ärzte ihre Patienten über die von ihnen verordneten Arzneimittel aufklären, desto eher werden die Patienten dieses Medikament auch einnehmen. Das ist eines der vorläufigen Ergebnisse einer Studie des Bremer Instituts für Arbeitsschutz und Gesund­heits­förder­ung (BIAG) und der Versandapotheke Sanicare, die heute in Berlin vorgestellt wurden.

Demnach haben 31 Prozent der befragten chronisch kranken Patienten, die in den vergangenen zwei Wochen ihr Medikament zweimal oder öfter nicht genommen haben, keine Informationen über Wirkung und Funktion der Medikamente von ihrem Arzt erhalten. Bei den Patienten, die ausführlich informiert worden waren, waren es nur 18 Prozent.

Bedeutsam für die Adhärenz der Patienten ist auch ihre Erfahrung mit Arzneimitteln. Patienten, die in den vergangenen zwei Wochen zweimal oder öfter ihre Medikamente nicht genommen haben, hatten zu 48 Prozent große Angst vor Medikamentenabhängigkeit, zu 35 Prozent hatten sie zuvor schon einmal starke Nebenwirkungen erlebt und zu 24 Prozent empfanden sie die Informationen auf dem Beipackzettel als verwirrend oder beunruhigend. 

Internationale Studien haben gezeigt, dass die Therapietreue durch Zuzahlungen negativ beeinflusst wird. Für Deutschland gibt es bislang keine vergleichbaren Zahlen. Ziel dieser Studie ist es nun, die Arzneimittelzuzahlungen auf die Therapietreue der Patienten in Deutschland zu untersuchen.

Dafür wird den teilnehmenden Patienten die Hälfte ihrer Zuzahlung erstattet. Bei späteren Befragungen soll untersucht werden, welche Effekte diese Erstattung auf die Adhärenz haben. Bislang wurden 1.200 der geplanten 6.000 Befragungen durchgeführt.

© fos/aerzteblatt.de

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