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Ausland

US-Ärzte arbeiten kürzer und verdienen weniger

Donnerstag, 25. Februar 2010

Hanover – US-Mediziner arbeiten und verdienen weniger als noch vor zwanzig Jahren. Die Wochenarbeitszeiten haben sich nach einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 747-753) von durchschnittlich 55 auf 51 Stunden verkürzt, was einem Rückgang um 7,2 Prozent entspricht. Noch stärker, nämlich um 25 Prozent nahmen die Einnahmen ab.

Die Arbeitszeitverkürzung betrifft vor allem die Assistenzärzte (“Residents”) in den Kliniken. Ihre Arbeitszeiten unterliegen seit 2003 strengeren Regeln, was zu einem plötzlichen Rückgang der Wochenarbeitszeiten von fast 64 auf etwa 58 Stunden zur Folge hatte (Abbildung 2). Bereits seit etwa 1990 haben sich aber auch die Arbeitszeiten der niedergelassenen Ärzte stetig verkürzt.

Douglas Staiger vom Dartmouth College in Hanover, der die Daten aus den jährlichen Umfragen des U.S. Census Bureau entnommen hat, vermutet ökonomische Ursachen für den Rückgang der Arbeitszeiten bei den Non-Residents. Seit den 1990er Jahren haben sich nämlich die Verdienstmöglichkeiten der US-Ärzte verschlechtert. Die Honorare (aller Ärzte) liegen heute um 25 Prozent niedriger als vor zwei Jahrzehnten.

Am deutlichsten war der Rückgang in den Großstädten, wo die Ärzte jetzt durchschnittlich 49 Stunden in der Woche arbeiten. Ob dies an der größeren Konkurrenz liegt oder an der schwindenden Motivation angesichts fallender Honorare Überstunden zu machen, kann die Studie nicht beantworten.
 

Anlass für die Untersuchung war offenbar die derzeitige Diskussion um die Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung. Staiger befürchtet, dass die US-Ärzte nicht in der Lage (oder motiviert) sind, die zusätzliche Arbeit (gegen geringere Honorare als bei den Privatpatienten) zu erledigen.

Dies könnte eine Chancen für Immigranten sein, denn in den meisten anderen Ländern dürften die Honorare weitaus niedriger sein als in den USA, auch wenn die Studie keine Zahlen zur Höhe des durchschnittlichen Einkommens der US-Ärzte nennt.

© rme/aerzteblatt.de

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