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Ausland

Verbände for­dern Neu­be­wertung der Richt­linie zur Patienten­information

Montag, 15. März 2010

Brüssel – Vertreter von 29 euro­päischen Organisationen und Verbänden bezweifeln den Nutzen der geplanten EU-Richtlinie zur Information von Patienten über verschreibungs­pflichtige Arzneimittel. In einem gemein­samen Schreiben forderten sie EU-Gesundheits­kommissar John Dalli auf, das Gesetzgebungsverfahren zu stoppen und eine Neu­be­wertung des von Ex-Industrie­kommissar Günter Verheugen vor­ge­legten Vorschlags vor­zu­nehmen.

Zu den Unterzeichnern gehören auch die Arznei­mittel­kommission der Deutschen Ärzteschaft, die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin sowie der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte.

Die vorgelegten Vorschriften basierten auf einer unvollständigen Gesetzesfolgenabschätzung, die es dem Europäischen Parlament und dem Rat nicht ermögliche, sich ein umfassendes Bild vom Nutzen und den Risiken der derzeit öffentlich zugänglichen Arzneimittelinformationen zu machen, heißt es in dem Schreiben.

Die Vorschläge gefährdeten den im EU-Vertrag garantierten Gesundheitsschutz der Bevölkerung und die nachhaltige Finanzierung der EU-Gesundheitssysteme. Die Unterzeichner fürchten darüber hinaus, dass den europäischen Bürgern bei einer Einigung über den Vorschlag ein verbesserter Zugang zu notwendigen Patienteninformationen auf Dauer verbaut wird.

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Sie fordern stattdessen, Packungsbeilagen verständlicher und für jedermann zugänglich zu machen und die Kommunikation zwischen Patienten und Angehörigen von Heilberufen zu verbessern.

Staatliche Behörden sollten die Rolle von neutralen Informationsanbietern übernehmen und sämtliche Daten über die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln öffentlich zugänglich machen. Bestehende unabhängige Informationsquellen über Behandlungsalternativen sollten ferner ausgebaut und gefördert werden. © ps/aerzteblatt.de

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