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Viele Studenten können sich Hirndoping vorstellen

Montag, 22. März 2010

Mainz – Forscher der Universitätsmedizin Mainz haben in einer Studie zum sogenannten Hirndoping bei Schülern und Studenten eine hohe Bereitschaft zum Einnehmen von Substanzen zur Förderung geistiger Leistungen festgestellt.

Zwar hätten nur rund vier Prozent der Befragten angegeben, zu diesem Zweck schon illegale Drogen oder verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen zu haben, sagte der Leiter der Studie, Klaus Lieb, am Montag in Mainz. Allerdings gaben mehr als 80 Prozent der Befragten an, Pillen nehmen zu wollen, wenn diese frei verkäuflich und ohne Nebenwirkungen wären.

In der Studie, zu der Lieb begleitend das Buch „Hirndoping – warum wir nicht alles schlucken sollten“ veröffentlichte, untersuchten er und sein Kollege Andreas Franke die Nutzung von Substanzen, die zur Konzentrationssteigerung oder zum Wachbleiben eingenommen werden.

Dabei ging es unter anderem um die in Deutschland illegale Droge Amphetamin, das Hyperaktivitätsmedikament Ritalin, das Psychostimulanzium Modafinil sowie Antidepressiva und Medikamente gegen Demenz.

Die Forscher fanden heraus, dass die Hirndoping-Nutzer häufiger illegale Drogen als verschreibungspflichtige Medikamente nahmen. Bei den Berufsschülern und den Studenten aus Medizin und Pharmazie war die Zahl der Konsumenten überdurchschnittlich hoch. Lieb warnte vor ethischen Problemen, etwa durch Gruppendruck, der zur Einnahme verleite. Zudem könnten einige Substanzen die Persönlichkeit verändern.

Die Forscher stellten bei der Erforschung der Wirkstoffe außerdem fest, dass Antidepressiva und Antidementiva auf gesunde Menschen keinerlei Wirkung haben. Für die Studie waren 1.035 Schüler und 512 Studenten befragt worden. © ddp/aerzteblatt.de

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