Ausland

Schweizerische Sterbehilfeorganisation meldet Mitgliederzuwachs

Dienstag, 6. April 2010

Zürich – Die schweizerische Sterbehilfeorganisation Exit hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr fast 2.000 neue Mitglieder aufgenommen. Wie aus dem am Dienstag in Zürich vorgelegten Jahresbericht der Organisation hervorgeht, hatte Exit Ende 2009 insgesamt 53.000 Mitglieder in der Deutschschweiz und dem Tessin. In der französischsprachigen Schweiz lag die Mitgliederzahl bei der Schwesterorganisation „Exit Romandie“ demnach bei rund 17.000 Personen.

Laut Bericht leistete Exit 2009 insgesamt 217 Sterbewilligen Beihilfe zum Selbstmord. Das seien deutlich mehr als im Jahr 2008 gewesen, für das die Organisation die Zahl von 167 Menschen angibt. Das Durchschnittsalter der Personen, die 2009 die Suizidbeihilfe in Anspruch nahmen, lag Exit zufolge bei 76 Jahren. In den meisten Fällen habe es sich um Krebspatienten gehandelt.

In den vergangenen Monaten diskutierte der schweizerische Bundesrat darüber, ob Suizidbeihilfe in der Schweiz stärker reglementiert oder aber ganz verboten werden soll. Keiner der beiden Vorschläge fand eine Mehrheit. Exit erklärte den Mitgliederzuwachs mit dem „Angriff des Bundesrates auf das Selbstbestimmungsrecht“; dieser habe zu einer „Jetzt erst recht“-Reaktion geführt. © kna/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

22.02.17
Karlsruhe will 2017 über Sterbehilfegesetz entscheiden
Karlsruhe – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) plant, die weit mehr als ein Dutzend Verfassungsbeschwerden gegen das neue Sterbehilfegesetz in diesem Jahr zu entscheiden. Dabei ist eine mündliche......
17.02.17
Versorgung Sterbenskranker durch Gesetz nicht behindert
Berlin – Viele Ärzte sind verunsichert, inwieweit sie sich bei der Begleitung und Behandlung von schwerkranken Patienten, die nicht länger leben wollten, strafbar machen. Das berichtet die Deutsche......
17.02.17
Amsterdam – Niederländische Ärzte haben mit Blick auf die Sterbehilfe den Stellenwert der Patientenverfügung kritisiert. In keinem anderen Land der Welt werde so viel Gewicht auf die......
09.02.17
Amsterdam – 148 Ärzte in den Niederlanden haben eine Petition gegen aktive Sterbehilfe bei Demenzpatienten unterzeichnet. „Unsere moralische Abneigung, das Leben eines wehrlosen Menschen zu beenden,......
08.02.17
Brüssel – In Belgien hat es offenbar einen zweiten Fall von aktiver Sterbehilfe für einen Minderjährigen gegeben. Die nationale Evaluationskommission habe bestätigt, dass ein junger Wallone bereits im......
06.02.17
Hamburg – Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat Bundestag, Bundesrat, Kanzleramt und Bundesjustizministerium aufgefordert, bis Ende des Monats Stellungnahmen zum Sterbehilfegesetz einzureichen.......
27.01.17
Amsterdam – Zum ersten Mal ist in den Niederlanden ein Arzt aufgrund aktiver Sterbehilfe an einer Demenzpatientin von der Sterbehilfe-Überprüfungs-Kommission (RTE) gerügt worden. Es habe nicht......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige