NewsMedizinVitamine können Eklampsie nicht verhindern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Vitamine können Eklampsie nicht verhindern

Donnerstag, 8. April 2010

Pittsburgh – Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen müssen ab sofort zu den Gesundheitsstörungen gerechnet werden, denen durch die Einnahme antioxidativer Vitamine selbst in hoher Dosierung nicht vorgebeugt werden kann. In einer großen US-Studie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 1282-1291) ist die erhoffte protektive Wirkung der Vitamintherapie ausgeblieben.

Der oxidative Stress gehört(e) zu den pathogenetischen Erklärungsmodellen für jene Schädigungen der Plazenta, die Ausgangspunkt hypertensiver Schwangerschaftserkrankungen sind. Die Gabe der beiden antioxidativen Vitamine C und E wurde deshalb lange als eine mögliche präventive Strategie betrachtet – sie scheiterte aber bereits in mehreren früheren Studien.

Keine frühere Studie hatte allerdings so viele Teilnehmerinnen wie die jetzt publizierte Studie des US-Maternal–Fetal Medicine Units Networks, und in keiner begannen die Schwangeren bereits so früh mit der Einnahme hochdosierter Vitaminpräparate.

Etwa 10.000 Frauen ohne Hinweise auf ein erhöhtes Gestoserisiko begannen zwischen der 9. und 16. Schwangerschaftswoche mit der Einnahme von Präparaten, die entweder Vitamin C in der Dosierung von 1.000 mg/die plus Vitamin E in der Dosierung von 400 IU/die oder ein Placebo enthielten. Bereits 150 mg Vitamin C am Tag würden bereits zu maximalen Plasma- und Gewebekonzentrationen führen, und die eingenommene Vitamin-E-Dosierung verzehnfacht die normalerweise bei Schwangeren gemessenen Vitaminkonzentrationen im Blut.
 

Trotz der hohen Dosis haben die Vitamine den Frauen nicht genutzt, wie die Gruppe um James Roberts von der Universität Pittsburgh jetzt feststellen musste. Der primäre Endpunkt, der neben der Entwicklung einer Hypertonie auch die Eklampsie sowie Störungen des intrauterinen Wachstums umfasste, trat unter der Vitamingabe keineswegs seltener auf.

Die Inzidenz war mit 6,1 vs. 5,7 Prozent sogar tendenziell etwas erhöht. Roberts konnte auch keine Untergruppe ausfindig machen, in der eine Vitamingabe sinnvoll wäre. So bleibt es dann am Ende bei dem Ratschlag, dass Schwangere sich gesund und ausgewogen ernähren sollten. Antioxidative Vitamine benötigen sie in der Regel nicht.

© rme/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER