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Politik

Pflegeversicherung erwirtschaftet 2009 Plus von einer Milliarde Euro

Freitag, 9. April 2010

Berlin – Die Pflegeversicherung hat im vergangenen Jahr trotz der Wirtschaftskrise einen Überschuss von einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Den Einnahmen von 21,3 Milliarden Euro standen 2009 Ausgaben von 20,3 Milliarden Euro gegenüber, wie das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium am Freitag in Berlin mitteilte.   

Ende 2009 verfügte die Pflegeversicherung demnach über einen Mittelbestand von 4,8 Milliarden Euro, was 2,8 Monatsausgaben entspricht. Auch gegenüber dem Vorjahr ergab sich 2009 ein Plus bei den Einnahmen der Pflegeversicherung. Sie lagen bereinigt um die Auswirkungen der Beitragssatzanhebung von 2008 um 1,5 Prozent höher als 2008. Die Ausgaben seien um 6,2 Prozent gestiegen, was auf Leistungsverbesserungen zurückzuführen sei.    

Den Angaben zufolge stieg die Zahl der Menschen um mehr als 60 Prozent, die zusätzliche Betreuungsleistungen für erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz – insbesondere Demenzkranke – erhielten.

Hier sei ein Anstieg von 70.000 Menschen im Durchschnitt des Jahres 2007 auf 115.000 im Jahr 2009 zu verzeichnen. Die Betreuungsleistung sei zudem von 460 Euro je nach Betreuungsaufwand auf 1.200 beziehungsweise 2.400 Euro pro Jahr angehoben worden.    

Im stationären Bereich hätten inzwischen mehr als 70 Prozent aller Pflegeheime zusätzliche Betreuungskräfte für demenziell erkrankte Heimbewohner eingestellt, die von der Pflegeversicherung bezahlt werden, hieß es in der Erklärung weiter.

Insgesamt habe die Reform der Pflegeversicherung im Jahr 2008 zu einer Stabilisierung der häuslichen Pflege beigetragen. Die Reform ermöglicht Arbeitnehmern eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit für maximal sechs Monate, um sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern.  

Nach Einschätzung der Deutschen Hospiz Stiftung kann der Überschuss nicht über Defizite in der Pflege hinwegtäuschen. „Jetzt den Überschuss zu feiern, den die Pflegeversicherung im vergangenen Jahr erzielt hat, wäre kurzsichtig und verfehlt“, erklärte der Chef der Hospiz Stiftung, Eugen Brysch.

Die Pflegeversicherung in ihrer derzeitigen Form sei nicht in der Lage, ein System zu unterhalten, das die Würde der zu pflegenden Menschen wahre. Ein zentrales Problem sei die Trennung von Pflege- und Kran­ken­ver­siche­rung. Sie sei ineffizient und führe dazu, „dass die Menschen zwischen den Systemen aufgerieben werden“. © afp/aerzteblatt.de

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Peanut71
am Freitag, 9. April 2010, 22:47

Wo wurden Pflegekräfte eingestellt?

Ich habe noch kein Heim gesehen, die zusätzlich qualifiziertes Pflegepersonal eingestellt haben. Oder wie kommt es dazu, dass eine Station mit 40 Patienten/Pflegedürftigen, nachts noch immer nur von einer Pflegekraft betreut wird? Ein Heim wird für uns nie eine Option werden!

Aha, die Betreuungsleistungen wurden öfter gewährt???? Ich weiss nicht wer diese Zuschüsse bekommen hat, aber als pflegende Angehörige habe ich es nicht leicht. Ich habe lediglich 100,- Euro pro Woche, das reicht mir beim billigsten Dienst, der Personen zur Betreuung stellt, gerade mal für 3 Std. Freizeit pro Woche. Die restlichen Stunden der Woche, ob Tag oder Nacht, pflege ich alleine. Wenn sie sich das ausrechnen 7 Tage á 24 Std. = 168, abzüglich 3 Stunden Fremdbetreuung pro Woche, bin ich bei einer Wochenarbeitszeit von 165 Stunden!!!!! Und wie wird mir das gedankt??? Genau, mit Harz IV und mit Aufgabe, aller persönlichen Ersparnissen für mein Alter. Für mich heisst es Altersarmut - da mein Mann erst 46 Jahre alt ist und hoffentlich durch meine Pflege noch lange leben wird. Im Heim wäre er schon längst gestorben. Aber das ist wohl der Gedanke und der Wunsch des Staates.


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