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Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Historischer Verlust, keine Dividende

Donnerstag, 15. April 2010

Düsseldorf – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) musste erstmals in ihrer 107-jährigen Geschichte einen Verlust ausweisen. Der Fehlbetrag für das Geschäftsjahr 2009 beläuft sich auf 283,1 Millionen Euro, die Dividende für die mehr als 100.000 Mitglieder der Genossenschaftsbank entfällt deshalb in diesem Jahr.

Verantwortlich für den Verlust sind die enormen Abschreibungen im Finanzinstrumenteportfolio der Bank in Höhe von 485 Millionen Euro. Hintergrund ist, dass sich die „Standesbank der Heilberufe“ – wie so viele ihrer Konkurrenten – in den vergangenen Jahren mit riskanten Wertpapieren verspekuliert hat. Das Problem: Die vor der Finanzkrise so beliebten „strukturierten Finanzprodukte“ haben heute kaum noch einen Marktwert und müssen deshalb in der Bilanz „wertberichtigt“ werden. 

Vor ausgewählten Journalisten machte der neue Apobank-Vorstandssprecher Herbert Pfennig heute in Düsseldorf deutlich, dass er einen Schlussstrich unter die Anlagestrategie seines Vorgängers Günter Preuß ziehen will: „Mit diesem Jahresabschluss haben wir die Risikovorsorge angemessen dotiert und den konsequenten Abbau des Portfolios strukturierter Finanzprodukte eingeleitet.“

Gemessen an ihrer Bilanzsumme (41 Milliarden Euro) und ihrem Eigenkapital (2,5 Milliarden Euro) sei das Finanzinstrumente-Portfolio der Apobank mit 5,5 Milliarden Euro ungewöhnlich hoch gewesen, räumte Pfennig ein. Inzwischen habe man diesen Bilanzposten auf vier Milliarden Euro reduziert.

Der umfangreichen Risikovorsorge der Apobank stand 2009 wieder ein überaus erfolgreiches Kerngeschäft gegenüber: So stieg das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge von 315,9 auf 317,8 Millionen Euro – ebenfalls ein Rekordwert, aber diesmal ein positiver. Hauptertragsquelle der Bank war der Zinsübrerschuss. Dieser stieg durch Neuausleihungen im Kreditgeschäft auf 618,2 Millionen Euro.

Nach ihrem missglückten Ausflug an die Kapitalmärkte will sich die Apobank künftig wieder voll auf ihr Kerngeschäft mit den Ärzten, Zahnärzten und Apothekern konzentrieren. Dazu soll die im vergangenen Jahr gestartete Vertriebsoffensive fortgeführt werden. In Berlin, Tübingen und Heidelberg eröffnen weitere Filialen, 45 neue Mitarbeiter verstärken die Vertriebsmannschaft.

Ein großes Ziel ist es dabei, die Position der Bank im Bereich Vermögensmanagement auszubauen. Pfennig: „Konkret heißt das, dass wir das uns anvertraute Vermögen der Kunden von aktuell sieben Milliarden Euro auf zehn Milliarden Euro ausbauen wollen.“

Im aktuellen Geschäftsjahr werde der Abbau der strukturierten Finanzprodukte konsequent fortgeführt, sagte Pfennig: „Bis 2014 wollen wir das Portfolio wertschonen von jetzt vier auf dann 2,5 Milliarden Euro reduziert haben. In das aktuelle Geschäftsjahr 2010 sei man gut gestartet, betonte der Vorstandssprecher: „Auf Basis der derzeitigen Planung erwarten wir für 2010 wieder einen Jahresüberschuss, der eine Dividendenausschüttung ermöglicht.“

© JF/aerzteblatt.de

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