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Politik

G-BA will sich weiterentwickeln

Donnerstag, 15. April 2010

Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat ein Pilotprojekt gestartet, mit dem er eine höhere Versorgungsorientierung der eigenen Arbeit prüfen will. „Bis jetzt bearbeiten wir stets einzelne Anträge zu bestimmten Themen. Wir wollen nun untersuchen, ob wir durch ein weniger sektoral begrenztes Vorgehen bessere Synergien erbringen können“, sagte der Vorsitzende des G-BA, Rainer Hess, heute in Berlin vor Journalisten.

Bis zum Ende des Jahres wollen sich die Ausschüsse des G-BA mit dem Krankheitsbild Depression befassen. „Wir haben bewusst ein komplexes Krankheitsbild gewählt, um über das Thema eines einzelnen Antrages hinauszugehen“, erklärte Hess.

„Wir wollen herausfinden, inwieweit man durch ein solches Herangehen die Versorgung besser koordinieren kann und inwieweit das mit der Arbeit des G-BA vereinbar ist - und welcher Aufwand dahinter steht.“ Bei diesem Projekt handle es sich um ein Konzept zur Weiterentwicklung des G-BA. 

Zudem hat der G-BA heute seine Richtlinie zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) der geänderten Rechtslage angepasst. Unter anderem ist SAPV nun auch dann über die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung abrechenbar, wenn sie nicht im Haushalt des Betroffenen stattfindet. Darüber hinaus können Ärzte SAPV in stationären Hospizen erbringen, wenn die vorhandene vertragsärztliche Versorgung nicht ausreichend ist. 

Hess äußerte sich auch zu den Eckpunkten zur Arzneimittelversorgung, die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Philipp Rösler (FDP) Ende März vorgelegt hatte. Darin heißt es, der G-BA solle innerhalb von höchstens drei Monaten eine Nutzenbewertung für neue innovative Arzneimittel auf der Grundlage eines Dossiers veranlassen, das er von den Pharmafirmen erhalten soll.

„Wir können eine solche Schnellbewertung in drei Monaten vornehmen“, erklärte der G-BA-Vorsitzende. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Hersteller dem G-BA rechtzeitig die benötigten Unterlagen lieferten. „Wenn wir die Unterlagen nicht rechtzeitig erhalten, muss klar sein, dass es das Problem der Hersteller ist und nicht unseres“, erklärte Hess.

© fos/aerzteblatt.de

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