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Schlechte Noten für deutsche Apotheken

Donnerstag, 22. April 2010

Berlin – Die Qualität der Apotheken in Deutschland lässt laut Stiftung Warentest zu wünschen übrig. Von 50 untersuchten Apotheken schnitten nur sieben mit einem „gut“ ab, berichtet die Stiftung in ihrer am Donnerstag vorgestellten Mai-Ausgabe.

Elf waren „mangelhaft“, darunter acht Versandapotheken. Die Verbraucherschützer testeten den Service von 27 Apotheken in Berlin, Essen, Nürnberg und Augsburg sowie Bestell- und Lieferservice und die Website von 23 Versandapotheken.

In den Apotheken vor Ort informierten den Ergebnissen zufolge die Fachkräfte vielfach falsch über Arzneimittel. Sie hätten die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten trotz einfacher Problemstellung und gezielter Nachfrage oft nicht erkannt. Wie schon in früheren Tests hätten die Mitarbeiter nicht erwähnt, dass Johanniskraut die Wirksamkeit anderer Medikamente mindern könne.

Die Testkunden hätten vor allem eine lückenhafte Beratung bemängelt. Auf die Frage nach Medikamenten für ein dreijähriges Mädchen mit Fieber und Schnupfen sei die Gegenfrage nach dem aktuellen Gesundheitszustand des Kindes ausgeblieben, die Höhe des Fiebers habe die Fachkraft offenbar nicht interessiert.

In nur 14 der 27 Apotheken hätten Mitarbeiter zu einem Arztbesuch geraten. In einer Berliner Apotheke habe der Verkäufer sogar lediglich auf den Beipackzettel verwiesen.

Bei Versandapotheken stand laut Stiftung Warentest zuweilen gar kein Experte zur Verfügung, eine pharmazeutische Beratung sei in zwei Fällen abgelehnt worden. Schlecht abgeschnitten hätten die Online-Anbieter bei Beratungen zu Wechselwirkungen von Medikamenten.

Keine der 23 geprüften Unternehmen habe alle der drei Testfragen gelöst. Darüber hinaus habe sich nicht jede Versandapotheke an die Pflicht gehalten, Rezepturen herzustellen. 

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) forderte angesichts der Ergebnisse eine schärfere Kontrolle des Versandhandels und kritisierte diesen Geschäftszweig als meist mangelhaft und teuer. Vor-Ort-Apotheken seien je nach Einzelfall preiswerter, da keine Versandkosten anfielen, sagte ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf.

Logistik habe nichts mit pharmazeutischer Qualität zu tun. Dass auch die Vor-Ort-Apotheken qualitativ nicht besser bewertet wurden als Versandapotheken zeige, dass Testkäufe „immer Momentaufnahmen mit begrenzter Aussagekraft“ seien, sagte Wolf. © ddp/aerzteblatt.de

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