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Medizin

Vitamin E könnte bei NASH-Fettleber helfen

Donnerstag, 29. April 2010

Richmond – Die Einnahme von Vitamin E hat in einer randomosierten Studie im New England Journal of Medicine 2010; doi: 10.1056/NEJMoa0907929) die histologischen Veränderungen bei der nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) günstig beeinflusst. Die Therapie mit dem Insulinsensitizer Pioglitazon enttäuschte dagegen.

Eine Folge der Adipositas-Epidemie ist die Zunahme von Leberkrankheiten mit den histologischen Zeichen einer alkoholischen Hepatitis bei Patienten ohne nennenswerten Alkoholkonsum. Wie bei der „Alkoholleber“ kommt es zu Leberzellschäden (Ballonierung), begleitet von entzündlichen Zellinfiltraten und einer zunehmenden Fibrose.

Nicht wenige Patienten entwickeln eine Leberzirrhose. Eine spezifische Therapie von NASH gibt es derzeit nicht. Diskutiert wird seit einiger Zeit der Einsatz von anti-oxidativen Vitaminen (um den Leberschaden zu vermindern) und von Insulinsensitizern (da der Insulinresistenz vieler Patienten eine pathogenetische Rolle zugeschrieben wird).
 

Das US-National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases hat beide Therapieansätze in der „Pioglitazone or Vitamin E for NASH Study“ (PIVENS) erstmals an einer größeren Patientengruppe untersucht.

Es handelt sich um die größte randomisierte klinische Studie, die bisher zu NASH durchgeführt wurde. 247 Patienten mit NASH (aber ohne begleitenden Typ-2-Diabetes mellitus) wurden über 96 Monate entweder mit 30 mg/die Pioglitazon, 800 IE/die Vitamin E oder Placebo behandelt

Primärer Endpunkt waren die histologischen Veränderungen in standardisierten Scores für Steatose, lobulärer Entzündung, hepatozellulärer Ballonierung und Fibrose. Im Vitamin-E-Arm wurden hier bei 43 Prozent der Patienten Verbesserungen beobachtet, berichten Arun Sanyal von der Virginia Commonwealth University in Richmond und Mitarbeiter.

Die Unterschiede zum Placebo-Arm (Verbesserungen bei 19 Prozent) waren signifikant. Auch unter Pioglitazon kam es bei 34 Prozent zu einer Verbesserung. Die Unterschiede zum Placebo-Arm waren hier jedoch nicht signifikant.

Es trat aber eine bei dieser Wirkstoffgruppe störende Nebenwirkung auf: Die Patienten nahmen im Durchschnitt fast 5 kg an Gewicht zu, was bei einem Ausgangsgewicht von 100 kg nicht erwünscht sein kann, zumal das Übergewicht zu den Auslösern von NASH zählt.

Außerdem ließen die positiven Wirkungen von Pioglitazon auf die Insulinsensitivität nach, sobald das Medikament abgesetzt wurde. Die Therapie müsste deshalb lebenslang durchgeführt werden, was nichts Gutes für die Gewichtsentwicklung erwarten lässt.

Ob Vitamin E langfristig die Gesundheit der Patienten fördert, ist trotz der günstigen Entwicklung in der Leberhistologie nicht sicher. Auswirkungen zu klinischen Endpunkten wurden nach 2 Jahren Therapie nicht mitgeteilt. © rme/aerzteblatt.de

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