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Medizin

Überstunden schaden dem Herzen

Dienstag, 11. Mai 2010

London – Überstunden scheinen den Herzen britischer Staatsdiener nicht zu bekommen. Nach einer Auswertung der Whitehall-II-Studie im European Heart Journal (2010; doi: 10.1093/eurheartj/ehq124) waren drei bis vier Stunden über dem 40-Stunden-Limit mit einer Zunahme kardialer Erkrankungen assoziiert.

Die Whitehall-II-Studie gehört zu den wichtigsten arbeitsmedizinischen Langzeituntersuchungen. Die erste Studie, die 1967 begonnen wurde, hatte gezeigt, dass Beamte der unteren Besoldungsgruppen ein erhöhtes kardiovaskuläres Sterberisiko haben. Die zweite Phase sucht seit 1985 nach den Ursachen dafür.

Mehr als zehntausend staatliche Angestellte im Londoner Regierungsbezirk Whitehall beantworten regelmäßig Fragen zu ihrem Lebensstil, und sie gewähren den Forschern Einblick in ihre Krankenakten.

Marianna Virtanen vom University College London hat jetzt den Einfluss der Überstunden an 6.014 Teilnehmern untersucht, die durchschnittlich über 11,2 Jahre nachbeobachtet wurden. Dabei fiel auf dass Beamte mit durchschnittlich drei oder vier Überstunden in den Woche zu 60 Prozent häufiger an Herzinfarkten oder Angina pectoris erkrankten, während ein bis zwei Stunden keine Auswirkungen hatten.

Da es unwahrscheinlich ist, dass allein die längere Anwesenheit im Büro für das erhöhte Risiko verantwortlich ist, suchte die Epidemiologen bei den bekannten anderen Herzinfarktrisiken nach einer Erklärung. Doch auch der Abgleich mit 21 anderen Faktoren hatte keinen Einfluss auf das Ergebnis.

Die Forscherin vermutet, dass Überstunden ein Marker für eine Typ-A-Persönlichkeit sind, deren Vertreter als ehrgeizig, gehetzt, ungeduldig, aggressiv und reizbar beschrieben werden im Gegensatz zu den gelassen und entspannten Typ-B-Persönlichkeiten, deren Herzen möglicherweise den Stress am Arbeitsplatz besser gewachsen sind. © rme/aerzteblatt.de

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drdemsig
am Freitag, 14. Mai 2010, 08:25

Eine Erklärung für den Ärztemangel?

Vielleicht haben wir in Deutschland ja deshalb einen Ärztemangel. Die Kollegen gehen gar nicht in die nicht-kurativen Bereiche oder das Ausland. Sie sterben einfach weg.
doc.nemo
am Mittwoch, 12. Mai 2010, 09:09

"Langschläfer sterben früher"

"...Dabei fiel auf dass Beamte mit durchschnittlich drei oder vier Überstunden in den Woche zu 60 Prozent häufiger an Herzinfarkten oder Angina pectoris erkrankten, während ein bis zwei Stunden keine Auswirkungen hatten."

Hier die Erklärung:
http://www.welt.de/print-welt/article374593/Langschlaefer_sterben_frueher.html
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