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Politik

Ernst & Young prophezeit kommunales Kliniksterben

Dienstag, 18. Mai 2010

Berlin – Die Mehrzahl der Krankenhäuser beurteilt ihre derzeitige finanzielle Situation mit sehr gut oder eher gut. Die privaten Häuser sind dabei am zufriedensten: 18 Prozent bewerten ihre Situation als „sehr gut“, 56 Prozent als „eher gut“. Die öffentlichen Häuser sind am unzufriedensten, acht Prozent schätzen ihre Lage als „sehr gut“, 55 Prozent als „eher gut“.

Das ergab eine repräsentative Befragung von 150 Klinikmanagern, die das Marktforschungsinstitut Valid Research im Auftrag des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young durchgeführt hat.

Befragt wurden Vertreter von privaten, öffentlichen und freigemeinnützigen Trägern. „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise werden erst mittelbar auf die deutsche Krankenhauslandschaft durchschlagen“, erklärte Stefan Viering von Ernst & Young heute vor Journalisten in Berlin.  

Die Kosten der Krankenhäuser seien von 51,6 Milliarden im Jahr 2000 auf 62,3 Milliarden Euro im Jahr 2008 gestiegen, erklärte Viering. Dabei erhöhten sich die Sachkosten viel stärker als die Personalkosten. „Die Kostensteigerung allein wird in Zukunft jedoch nicht das ganz große Problem sein, sondern das Wegbrechen der Steuereinnahmen bei den Gemeinden“, sagte Viering.

So geht das Unternehmen davon aus, dass die Kommunen immer weniger in der Lage sein werden, die Defizite ihrer kommunalen Krankenhäuser auszugleichen. Dies werde dazu führen, dass die Zahl der Klinikschließungen, -fusionen und -verkäufe wieder deutlich steigen wird. „Aus unserer Sicht ist es wahrscheinlich, dass die privaten Träger die öffentlichen bei der Anzahl der Häuser bald überflügelt haben werden“, erklärte Viering.  

Steigenden Kosten und zunehmendem Wettbewerbsdruck wollen 84 Prozent der Klinikmanager mit Kostensenkungsmaßnahmen begegnen, insbesondere im Bereich Material (65 Prozent), bauliche Instandhaltung (49 Prozent) und beim Pflegedienst (39 Prozent). Beim ärztlichen Dienst wollen hingegen nur 21 Prozent sparen.

Um in den kommenden Jahren wettbewerbsfähig zu bleiben, hat für 61 Prozent der befragten Klinikmanager die Zusammenarbeit mit anderen Kliniken eine sehr große Bedeutung, für ebenfalls 61 Prozent die Stärkung bestimmter Fachbereiche und für 54 Prozent die Anhebung des Komforts für die Patienten.

Zusätzliche Ärzte anzustellen hat eine sehr große Bedeutung für 41 Prozent der Befragten. Vor allem die privaten Krankenhäuser halten es dabei für sehr wahrscheinlich, dass die angestrebten Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden. © fos/aerzteblatt.de

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promisit
am Mittwoch, 19. Mai 2010, 08:46

Sparmaßnahmen

Dann muss halt wieder am Personal gespart werden. Andere Einsparpotentiale gibt es ja anscheinend in den Kliniken nicht.............

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